Big Eyes (2014)

Big Eyes Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (4)
  1. Ø 4.8
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 3.3

Filmhandlung und Hintergrund

Big Eyes: Auf Fakten basierende Dramödie über die Künstlerin Margaret Keane, deren unter dem Namen ihres Mannes verkaufte Bilder von großäugigen traurigen Kindern ein Phänomen der 1960er Jahre wurden.

Als Margaret, Mutter einer jungen Tochter, nach gescheiterter erster Ehe den charmanten Kunstliebhaber Walter Keane heiratet, kann sie erstmals ihre kreative Ader ausleben. Walter liebt ihre Bilder von Kindern mit großen traurigen Augen, zeigt großen Erfindungsreichtum in deren Vermarktung als Kunst, die jeder sich leisten kann. Doch Margarets Preis für die immer populärer werdenden Bilder ist hoch. Weil Walter sich von Beginn an als deren Schöpfer ausgegeben hat, muss sie diese Lüge aufrechterhalten – sogar vor ihrer Tochter.

Margaret Keane verkauft ihre kuriosen Bilder unter dem Namen ihre dominanten Mannes und wird in den 60ern zum Phänomen. Dramödie über eine obskure Künstlerin, mit der Tim Burton an Außenseiterporträts wie “Ed Wood” anknüpft.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Schicksal der Künstlerin Margaret Keane ist wie prädestiniert, um daraus einen Spielfilm zu machen. Nach budgetbedingten Produktionsschwierigkeiten (ursprünglich wollten die Drehbuchautoren das Werk im Alleingang fertigstellen) holten Scott Alexander und Larry Karaszewski ("Ed Wood") Tim Burton an Bord, um ihm einmal mehr die Regiezügel in die Hand zu geben. Schon einmal bewies Burton sein Gespür für die Lebensgeschichte eines künstlerischen Außenseiters: In "Ed Wood" widmete er sich mit Leib und Seele dem Schicksal des "schlechtesten Filmemachers aller Zeiten". Auch Margaret und Walter Keane wurden von der Kunstszene immer wieder kritisiert, ihre Werke seien purer Kitsch und nicht im Ansatz das Geld wert, das zu Hochzeiten für die Bilder ausgegeben wurde. Ein Stoff, wie gemacht für Tim Burton, der sich nach Blockbustern wie "Alice im Wunderland" und "Charlie und die Schokoladenfabrik" erstmals wieder dem Drama- und Charakterfach widmet. "Big Eyes" ist eine Hommage an die Leidenschaft und eine Ode daran, mit eisernem Willen für die Gerechtigkeit einzustehen.

    Die Rollenvergaben an Amy Adams (gewann für diese Rolle den Golden Globe) und Christoph Waltz ("Django Unchained") passen wie die Faust aufs Auge. Adams, die eigenen Angaben zufolge großen Respekt vor ihrer untergeordneten Frauenrolle hatte, überzeugt als zurückhaltende Madame, während Waltz sich in seiner typisch überheblichen, aufbrausenden und äußerst selbstsicheren Art schon fast genießt. Dass ausgerechnet Letzteres immer wieder zum Stolperstein für "Big Eyes" wird, liegt an den teils fehlplatzierten Attitüden, denn trotz des überhöhten Egos von Walter Keane bricht das Verhalten der Figur teilweise so harsch, dass der Tonfall des Films ungenau wird und unübersichtlich zwischen Drama und Komödie schwankt. Adams hat dem, gerade wegen ihrer zurückhaltenden Rolle, nur schwer etwas entgegenzusetzen. Und Waltz selbst? Der stellt sich ganz in den Dienst des Drehbuchs, sodass die fehlgeleiteten Monologpassagen seiner Figur nicht etwa auf ein ungenaues Spiel Waltz‘ zurückzuführen sind, sondern vom Drehbuch herrühren. Erst, wenn Keane im Schlussakt schließlich in Gänze über die Strenge schlägt, kommen Waltz‘ Spielweise und die Grundrichtung des Films wieder zusammen.

    Visuell ist "Big Eyes" ein Fest für Kenner der Kunstszene. Burton ließ diverse (real existierende) Portraits des Keane-Ehepaares nachzeichnen; das nennt man wohl Detailverliebtheit. Auch optisch weiß der Regisseur seinen Film sehr elegant in Szene zu setzen: Passend zum Thema orientiert sich die visuelle Aufmachung des Films an Elementen der Kunstwelt und wählt etwa den Goldenen Schnitt als Orientierungspunkt für die Aufteilung einzelner Szenenbilder. Solche Kleinigkeiten lassen den Enthusiasmus des Regisseurs wiedererkennen. Ansonsten erinnert nur wenig in "Big Eyes" daran, dass man es hier mit einem "echten Burton" zu tun hat.

    Fazit: Tim Burton beweist mit "Big Eyes", dass die spannendsten Geschichten immer noch das Leben schreibt. Sein Künstlerportrait ist ebenso authentisch wie amüsant und ist trotz eines unentschlossenen Grundtons zwischen Drama und Komödie sympathisch genug, um genau wie die Portraits von Margaret Keane einen hohen Wiedererkennungswert zu besitzen.
  • Nach einer wahren Geschichte erzählt Tim Burton von einem legendären Plagiator der 1960er Jahre, der sich als Urheber der berühmten Bilder seiner Frau ausgab.

    Margaret Keane und ihre Porträts von Kindern und Frauen mit großen traurigen Augen waren ein Popkulturphänomen der Sixties. Der persönliche Bezug Burtons, dessen Ex-Verlobte Lisa Marie in den 1990er Jahren für Keane Modell saß, und die damalige Situation der Künstlerin, die in ihrer Ehe eine Gefangene und in der Kunstszene eine Außenseiterin war, erklären die Faszination des Filmemachers für den Stoff, der zugänglicher, aber auch unglaublicher wirkt als einige fiktiv-fantastische Projekte Burtons.

    Das Drehbuch der “Ed Wood“-Autoren Scott Alexander und Larry Karaszewski nimmt sich Freiheiten, komprimiert Ereignisse und Beobachtungszeitraum, hält sich aber weitgehend an die Fakten einer Ehe, die fünf Jahre nach der Scheidung mit einer Enthüllung Schlagzeilen machte. Als Margaret (Amy Adams) 1958 Hals über Kopf mit ihrer Tochter ihren ersten Mann verlässt, erlebt sie in San Francisco die Reaktion einer Welt, in der allein erziehende und arbeitende Mütter noch Exoten sind. Ihren nie ausgelebten Traum von einer Künstlerkarriere erfüllt ihr der charmante Dampfplauderer Walter Keane (Christoph Waltz), der sich als passionierter Maler vorstellt, sich von ihren Bildern fasziniert zeigt und diese nach der Heirat mit ungewöhnlichen Methoden zu vermarkten und verkaufen versucht. Dass er sich als deren Urheber ausgibt, begründet er mit kommerzieller Notwendigkeit. Als die Bilder aber populär werden, zeigen sich Eitelkeit und wahnhafte Züge Walters immer deutlicher, wird die Ehe für Margaret zum Martyrium.

    Ihre Befreiung aus Unterdrückung und Selbstverleugnung gipfelt in einem Urheberrechtsprozess, dessen albern-absurde Züge man nicht glauben will, selbst wenn sie durch Fakten abgesichert sind. Womit “Big Eyes” eindrucksvoll belegt, dass Wahrheit und Glaubwürdigkeit nicht korrespondieren müssen. Ohne seine vertrauten skurrilen Vorlieben tritt Burton hinter dem Stoff zurück, während ihn Waltz mit großer Theatralik dominiert. Dezenter angelegt ist Amy Adams’ Darstellung einer Frau, die sich zu emanzipieren lernt. Acht von zehn Jahren ihrer Ehe bezeichnete Margaret Keane als Hölle. “Big Eyes” liefert davon nur einen Ausschnitt, denn trotz aller Dramatik betont Burtons etwas anderer Gefängnisfilm das Komische dieser unglaublichen Geschichte und die Entwicklung des Phänomens einer kommerzialisierten Massenkunst. kob.
  • Videokritik anzeigen
  • Bisher war Tim Burton Mainstream mit eigenständiger Seele. Jetzt ist er vor allem Mainstream.
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