Bevor der Winter kommt (2013)

Originaltitel: Avant l\'hiver
Bevor der Winter kommt Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Bevor der Winter kommt: Drama um einen erfolgreichen Chirurgen, der aus seinem Alltag gerissen wird und seinen Beruf und seine Ehe überdenkt.

Paul Natkinson (Daniel Auteuil) arbeitet als erfolgreicher Neurochirurg in einem Krankhaus und führt ein eigentlich harmonisches Familienleben. Die Ehe mit seiner Frau Lucie (Kristin Scott Thomas) läuft zwar routiniert ab, ist jedoch auch etwas eingeschlafen. Nachdem ihn eines Abends eine junge Kellnerin namens Lou (Leila Bekhti) angesprochen hat, kommt es zu merkwürdigen Ereignissen im Leben des Chirurgen. Immer wieder werden ihm rote Rosen zugesandt, erst an den Arbeitsplatz, dann sogar nach Hause. Schnell verdächtigt er Lou, welcher er immer wieder an den unterschiedlichsten Orten begegnet. Seine Frau Lucie fürchtet indes, dass ihr Mann fremdgehen würde und stellt ihm heimlich nach.

Nach einigen Missverständnissen und Konfrontationen mit Lou glaubt Paul zu begreifen, was hinter der Sache steckt und beginnt, Lous Anwesenheit zu genießen. Währenddessen häufen sich die Streitigkeiten mit seiner Frau, von der er zunehmend Abstand nimmt. Dann überschlagen sich die Ereignisse jedoch und Paul beginnt, sein eigenes Leben in Frage zu stellen. Was verbirgt Lou? Und kann er seine Ehe noch retten?

Für \”Bevor der Winter kommt“ konnte Regisseur Philippe Claudel mit Kristin Scott Thomas und Daniel Auteuil zwei Hochkaräter ihres Faches gewinnen. Kristin Scott Thomas ist zwar gebürtige Britin, begann ihre Schauspielkarriere in französischen Filmen, nachdem sie auch in Paris studiert hatte. Für ihre Rolle in \”Der englische Patient\” wurde sie für den Oscar nominiert. Daniel Auteuil zählt darüber hinaus zu einem der wichtigsten Schauspieler seines Heimatlandes Frankreich. Satte 11 César-Nominierungen gehen auf seine Kappe, zweimal konnte er als Bester Hauptdarsteller gewinnen. Hierzulande kennt man den Darsteller wohl am ehesten aus \”Caché\” von Michael Haneke.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kühl inszeniertes Drama mit Kristin Scott Thomas und Daniel Auteuil über die emotionale Krise eines Paares im Herbst des Lebens.

    Nach seinem bemerkenswerten Regiedebüt “So viele Jahre liebe ich dich” mit Kristin Scott Thomas besetzt Philippe Claudel die Schauspielerin auch in seinem neuen Ehedrama als Lucie, von Beruf fürsorgliche Gattin in einer scheinbar glücklichen, seit 30 Jahren währenden Ehe. An ihrer Seite agiert Daniel Auteuil als erfolgreicher Neurochirurg, der abends erschöpft nach Hause kommt. Ein Glas Wein zusammen, das war’s dann an Gemeinsamkeit. Als Paul riesige Rosensträuße ohne Absender erhält, nicht nur in Klinik und Praxis, sondern auch nach Hause, zeigt die perfekte Fassade plötzlich Risse. Für weitere Irritationen sorgt eine junge Marokkanerin, die scheinbar zufällig immer wieder den Weg des Mannes kreuzt, ihn aus der emotionalen Reserve lockt und dazu bringt, über sein in Routine ersticktes Leben nachzudenken. Claudel, der sich von Großmeistern wie Claude Sautet oder Claude Chabrol inspiriert fühlt, schafft nicht ganz deren subtile Zeichnung der französischen Großbourgeoisie, trotz ideenreichem Szenenbild, ausgeklügelter Farbkombination und subtilem Kameraeinsatz. Auteuil, der schon in Michael Hanekes “Caché” mit Juliette Binoche erlebte, wie eine komfortable Partnerschaft durch unkalkulierbare und anonyme Kräfte ins Wanken gerät, bleibt – wie auch Scott Thomas, mit der er das dritte Mal vor der Kamera steht – schauspielerisch unter seinen Möglichkeiten bei diesem versuchten Ausbruch aus einem von der Welt abgeschotteten Mikrokosmos, in einem “gläsernen Sarg” wie Lucies psychisch labile Schwester es nennt. Die schon lange abgebrochene Kommunikation manifestiert sich in lapidaren und alltäglichen Phrasen und als sie das Bedürfnis spürt, wirklich zu reden, folgt die eiskalte Replik “worüber denn”? Claudel spielt mit dem Klischee älterer Mann verliebt sich in junge Frau, verzichtet aber auf eine Sexualisierung des Verhältnisses. Mancher Erzählstrang verliert sich im Vagen, die innere Logik bleibt bruchstückhaft. Das Ehedrama ist trotz mancher gekünstelter Dialoge in sich stimmig, die Intensität leidet jedoch unter dem zusätzlichen Thrillerthema und dem überspitzten Spiel mit Metaphern, ein Faible, das Claudel auch in seinen Büchern demonstriert. In der feinkomponierten finalen Szene erweist sich Claudel jedoch als Meister der Beziehungspsychologie.mk.

Darsteller und Crew

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