Beste Chance (2014)

Beste Chance Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Beste Chance: Abschluss der Trilogie um zwei Freundinnen aus dem Dachauer Land von Marcus H. Rosenmüller.

Während der Schulzeit waren sie beste Freudinnen. Fünf Jahre nach dem Abi haben Kathi und Jo ihr Heimatdorf längst hinter sich gelassen. Während die eine in München studiert, sucht die andere in einem indischen Ashram nach Erkenntnis. Da zwingt eine besorgniserregende Nachricht von Jo auf dem Anrufbeantworter Kathi zum Handeln. Die bricht sofort nach Indien auf, um ihre Freundin zu suchen. Doch Jo ist mittlerweile längst wieder zurück in ihrer Heimatgemeinde, wo sie wieder einmal alles durcheinanderbringt.

Zwei ehemals beste Freundinnen, die sich aus den Augen verloren haben, versuchen wieder zusammen zu finden. Abschluss der Trilogie um zwei Freundinnen aus dem Dachauer Land von Marcus H. Rosenmüller.

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Kritiken und Bewertungen

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    Kati und Jo sind seit Kindertagen beste Freundinnen und im oberbayerischen Tandern gemeinsam aufgewachsen. Nun studiert Kati mehr schlecht als recht Architektur in München und Jo hat sich nach dem Abi eine Auszeit in einem indischen Aschram genommen. Eines Tages erhält Kati die Nachricht, dass Jo verschwunden ist. Kurz entschlossen macht sich Kati nach Indien auf. Doch während sie sich auf Jos Spuren begibt, steht diese auf einmal in Tandern vor der Tür. Und die Väter der beiden Mädels machen sich derweil ebenfalls nach Indien auf. Denn man kann die Kinder ja nicht alleine durch die Weltgeschichte reisen lassen. Nach BESTE ZEIT und BESTE GEGEND bildet BESTE CHANCE den Abschluss der "Heimatfilm"-Trilogie des Regisseurs Marcus H. Rosenmüller über die beiden Freundinnen Kati und Jo. Im Zentrum stehen auch hier die Probleme der beiden stellvertretend für das Gefühl einer jungen Generation, die, auf der Schwelle zum "reifen Erwachsenen", nicht so recht weiß, was sie mit sich und dem Leben anfangen soll. Und während Jo aus der Ferne wiederkommt und ihre Heimat neu schätzen lernt, entdeckt Kati in Indien, dass die Welt noch mehr für sie bereit hält als einen festgelegten Studienplan, an dem ihr Herz gar nicht wirklich hängt. Der Zauber der Geschichte liegt, ganz typisch für Rosenmüller, in der spielerischen Leichtigkeit und dem warmherzigen Humor, mit der sie erzählt wird, in der aber jede Figur mit all ihren Schwächen und Fehlern ernst genommen wird. Anna Maria Sturm und Rosalie Thomass als Kati und Jo sind ein seit dem ersten Teil eingespieltes Team, die authentisch ihre Figuren verkörpern und denen der Zuschauer gerne auf ihrer Sinnsuche folgt. Die Nebenfiguren sind allesamt sympathisch und wachsen ans Herz, von der alten Clique in Tandern bis hin zu den durch die Fremde stapfenden besorgten Vätern. Dazu liefert die Kamera wunderschöne Bilder, nicht nur vom exotischen Indien, sondern auch vom winterlichen Oberbayern, das in seiner verschlafenen Ruhe und in seiner Alltäglichkeit dennoch viel Romantisches verbirgt. Am Ende haben sowohl Kati als auch Jo ihr Leben in eine neue Richtung gelenkt, ohne wirklich zu wissen, wohin die Reise geht. Aber das ist vielleicht das Schönste daran. Ein unterhaltsamer, witziger, warmherziger und moderner Heimatfilm, der vom Mut erzählt, wegzugehen. Und zurück nach Hause zu kommen.

    Jurybegründung:

    Marcus C. Rosenmüller sei dank gibt es ihn noch, den Heimatfilm. Und ebenso viel Dank gebührt ihm dafür, dass er ihn entstaubt und gegenwärtig gemacht hat. Im letzten Teil seiner BESTE-Trilogie trifft der oberbayerische Mikrokosmos auf die weite Welt, zieht es Kati auf der Suche nach Jo bis nach Indien. Aus der mal umwerfend komischen, mal zutiefst anrührenden Mischung aus Roadmovie to India und "mir san mir"-Heimatfilm entwickelt Rosenmüller ein stets lakonisches cineastisches Kabinettstück.
    Die ohne Brachialhumor vorangetriebene Story wird von einem Cast getragen, der bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt und mitreißend und anrührend aufspielt. Der Zuschauer merkt auch BESTE CHANCE an, dass Rosenmüller seine Charaktere nie vorführt, sondern liebevoll inszeniert und sich entwickeln lässt. Das dem Ganzen zu Grunde liegende Drehbuch ist klug aufgebaut, die Dialoge stecken voller kleiner Weisheiten und Wortspielereien, wie sie nur im Dialekt ausgedrückt werden können, die ihre ganz eigene philosophische Tiefe haben. "Ich kann dich heut' nicht mehr heiraten." "Gestern hast Du doch noch gekonnt?" "Ja, aber heute tät ich dich anlügen."
    Humor kommt hier nicht als Klamauk daher, alles entsteht aus Situationen heraus, die glaubwürdig sind, nicht konstruiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Coming-of-Age-Filmen werden hier beide Generationen gleichwertig behandelt, keiner ist der bessere, alle lernen von ihrer Umwelt und einander. Die soziale Reifung aller Protagonisten berührt den Zuschauer, oftmals auch in den Momenten, in denen Rosenmüller sein Talent für Situationskomik ausspielt.
    Dank der beeindruckenden Kameraarbeit wird nicht nur die märchenhafte Schönheit Indiens in goldenem Licht gefeiert, sondern die winterliche Tristesse Oberbayerns in ihrer kargen Schönheit ebenso angemessen eingefangen. Der Film hilft, Auge und Herz für die Schönheit und Magie beider Landschaften zu öffnen. Hier gibt es kein "entweder oder", hier gibt es ein verbindendes "sowohl als auch". Wenn die Dramaturgie im ersten Viertel des Films noch nicht zu voller Stärke aufläuft, so geht doch keiner der eingeführten Charaktere im Laufe der Entwicklung verloren, wer eingeführt wurde, wird auch zu Ende erzählt, bevor er oder sie verabschiedet werden. Ob Licht, Ton, musikalische Untermalung oder Timing - mit BESTE CHANCE hat Rosenmüller alles richtig gemacht.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mit der Coming-of-Age-Komödie "Beste Chance" findet Marcus H. Rosenmüllers Heimatfilm-Trilogie über zwei Freundinnen vom Dorf ihren lustigen Abschluss. Die in der Nähe von Dachau spielende Dialekt-Saga begann 2007 mit "Beste Zeit" und wurde 2008 mit "Beste Gegend" fortgesetzt. Auch weil sie selbst aus der Region stammt, gelangen der Drehbuchautorin Karin Michalke, mit der der Regisseur die dritte Geschichte gemeinsam verfasste, aus dem Leben gegriffene Charaktere. Trotz des zeitlichen Abstands greift der dritte Film die Atmosphäre der beiden Vorgänger mühelos wieder auf. Dank einer flotten Gegenüberstellung von Abenteuern daheim und in Indien gestaltet sich das Wiedersehen mit den liebgewonnenen Figuren ausgesprochen reizvoll.

    „Auf Fahrtwind und Freiheit!" lautet das Motto der Freundinnen Kati und Jo, seit sie als Teenager von der Ferne träumten. Nun löst die Trilogie ihr latentes Versprechen von der Erkundung der weiten Welt endlich ein. Sie schickt nicht nur Kati selbst auf Indienreise, sondern auch ihren Vater Hubert (Andreas Giebel), den Jos Papa Walter (Heinz Josef Braun) begleitet. Weil sie Angst um ihre Töchter haben, fliegen sie ihnen nach und geraten in klamaukig überdrehten Nummern in große Schwierigkeiten.

    Während sich die willensstarke Kati um ein Straßenkind kümmert, bringt Jo daheim das Gefühlsleben ihrer alten Flamme Toni wieder in Unordnung. Dank Volker Bruchs beeindruckendem Spiel macht das Wiedersehen mit diesem stillen, aber emotionsstarken Typen viel Freude. Auch der hilfsbereite Rocky (Ferdinand Schmidt-Modrow) bekommt eine größere Rolle, die sehr lustig ausfällt. Die Inszenierung ist stets pointiert und aussagekräftig. Um das Gefühl zu schildern, das Kati und Jo verbindet, genügt Rosenmüller ein kurzes Telefonat der beiden, das er ohne Sprache, nur mit dem Fokus auf die Gesichter, filmt. Unterstützt von nostalgisch angehauchter Musik bleibt es bis zuletzt sympathisch, wie die Trilogie dem wohl lebenslangen Widerspruch zwischen Heimatliebe und Fernweh, Familie und Unabhängigkeit auf den Zahn fühlt.

    Fazit: Marcus H. Rosenmüllers Heimatkomödie "Beste Chance" bietet ein witziges Wiedersehen mit den Freundinnen Kati und Jo und ihrem Umfeld, das die sympathisch-authentische Coming-of-Age-Trilogie angemessen abschließt.
  • Marcus H. Rosenmüllers Abschluss seiner Tandern-Reihe besitzt skurrilen Witz, bajuwarischen Charme und jede Menge Heimat-Feeling und macht Lust auf weitere Einblicke ins Leben von Kati und Jo.

    Pure Absicht steckt dahinter, dass Marcus H. Rosenmüller sich so viel Zeit für den dritten Teil seiner Heimat-Trilogie gelassen hat. Denn sieben Jahre nach den liebevoll-amüsanten Coming-of-Age-Stories “Beste Zeit” und “Beste Gegend” haben nun alle Schauspieler einen Reifeprozess durchlaufen, der sich nun auch positiv auf ihre Figuren auswirkt und den ein ebenfalls erwachsener gewordener Rosenmüller für seine neue Geschichte zu nutzen weiß. In “Beste Chance” spannt er den Bogen vom oberbayerischen Kuhdorf Tandern über das hippe München, in dem Kati inzwischen studiert, bis ins ferne Indien, wo Jo auf der Suche nach sich selbst ist. Indien, das schon in Rosenmüllers Abschlussfilm “Hotel Deepa” und in “Sommer in Orange” eine zentrale Rolle spielte, dient also einmal mehr dazu, einen anderen Blick auf seine Heimat zu bekommen und diese wieder mehr schätzen zu lernen. Darüber hinaus nutzt der Kultfilmemacher (“Wer früher stirbt, ist länger tot”) das exotische Land für ein paar herrlich komische Culture Clashes, mit staubtrockenem Humor vorgetragen von Heinz-Josef Braun und Andreas Giebel in den Väterrollen, die, vor allem wenn sie ausgeraubt und nackt bis auf die Unterwäsche durchs Hinterland stapfen, ein wunderbares Grantler-Paar abgeben. Außerdem bemüht Rosenmüller die soziale Komponente, wenn er Anna Maria Sturm einem indischen Bettlermädchen helfen lässt und dabei die Frage aufwirft, ob man durch Einmischen eher noch mehr Schaden anrichtet als Gutes zu tun.

    Gerade das Wechselspiel zwischen den ruhigen, kontemplativen Momenten, wenn etwa der unvermeidliche VW-Bus über die sanften Hügel des Dachauer Hinterlandes tuckert, oder den fast Slapstick-artigen Szenen mit Pechvogel Rocky, der beim Hausbau in die eigene Grube fällt, macht die Stärke von “Beste Chance” aus. Und obwohl es auch diesmal wieder “um Leben und Tod” geht, könnte man den schrägen Trainersitzungen in der Stammkneipe ebenso stundenlang zuhören wie die Mamas Johanna Bittenbinder und Bettina Redlich im Känguru- bzw. Elfen-Kostüm auf dem Weg zum Faschingsball betrachten. Und weil Rosalie Thomass längst zur veritablen Komödiantin gereift ist und Anna Maria Sturm ihr in fast nichts nachsteht, würde man sich wünschen, dass diese sympathisch-skurrile Twentysomething-Komödie auch über Bayerns Grenzen hinaus ihre Anhänger finden und möglicherwiese sogar eine Fortsetzung erleben möge. lasso.

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