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Best Exotic Marigold Hotel (2011)

Originaltitel: The Best Exotic Marigold Hotel
Best Exotic Marigold Hotel Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 3.8

Filmhandlung und Hintergrund

Best Exotic Marigold Hotel: Warmherzige, exzellent besetzte Dramödie über eine Gruppe britischer Pensionäre, die sich in Indien zur Ruhe setzen wollen und dabei neue Lust am Leben entdecken.

Als eine Gruppe britischer Pensionäre in Indien eintrifft, um dort den Lebensabend zu verbringen, erwartet sie eine Überraschung. Ihr als luxuriös angepriesenes Hotel entpuppt sich als etwas heruntergekommenes Entwicklungsprojekt, in dem der junge indische Hotelleiter seine ersten Gäste überhaupt begrüßt. Schon hier lernen die gereiften Emigranten, sich an die Gegebenheiten anzupassen und ein Land zu entdecken, das Chaos und Hektik, aber auch ungewohnte Erfahrungen und Chancen auf Erneuerung bietet.

Eine Gruppe britischer Pensionäre will in Indien ihren Lebensabend verbringen, muss aber feststellen, dass nicht alles so ist, wie es erwartet wurde. Hinreißende Culture-Clash-Komödie mit Starbesetzung, die ihr Publikum mit Charme und Warmherzigkeit gewinnt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Wenn man alt ist, fühlt man sich von der Gesellschaft oft "ausrangiert". Nicht mit uns, denkt sich eine Gruppe rüstiger Engländer im höheren Alter, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in das "Best Exotic Marigold Hotel" nach Indien reisen. Doch kaum dort angekommen, entpuppt sich das Hotel als Ruine, der Manager als Traumtänzer und so manch einer bringt sein ganz persönliches Sorgenpaket mit in die fremde Welt, die zur neuen Heimat werden soll. Regisseur John Madden gelingt ein sehr amüsantes Treffen der Kulturen, angefüllt mit vielen heiteren, aber auch einigen bittersüß melancholischen und tragischen Momenten. Als Vorlage des Films diente der Roman von Deborah Moggach. Die Besetzung klingt wie ein Best of der britischen Darstellerriege, allen voran Maggie Smith, Judi Dench, Bill Nighy und Tom Wilkinson, die in der exotischen Atmosphäre Indiens ihr ganzes Können entfalten. Die Dialoge sind liebevoll lakonisch, immer gewürzt mit einer Prise britischem Humor. Die Figuren wachsen schnell ans Herz und so dient diese charmante "Reise nach Indien" als Paradebeispiel für den Mut zu einem Neuanfang und niemals endender Lebenslust - egal in welchem Alter.

    Jurybegründung:

    Wer es bedauerlich findet, dass großartige Schauspieler ab einem bestimmten Alter nur noch selten auf der großen Kinoleinwand erscheinen, kann diesem Film mit Vorfreude entgegensehen. Die beeindruckenden darstellerischen Leistungen von Maggie Smith, Bill Nighy, Tom Wilkinson, Judi Dench, Celia Imrie, Penelope Wilton und Ronald Pickup sind nämlich das größte Kapital in dem heiterem Drama von John Madden - und auch den jungen Darsteller Dev Patel, der in der Rolle des Hotel-Managers Sonny an seinen Erfolg aus SLUMDOG MILLIONAIRE anknüpft, sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen. Dieser Film führt eine Gruppe von so genannten "Best-Agern" (- oder sagen wir doch lieber altmodisch: von Seniorinnen und Senioren) nach Indien. Hier ist es für sie zunächst unangenehm, sie fühlen sich fremd und eigentlich ist alles ziemlich unzumutbar. Aber es gibt nicht nur böse Überraschungen. Nach und nach gehen dann einige Wünsche oder Träume (meist in origineller Weise) in Erfüllung. Amouröse Geschichten nehmen ihren (vorhersehbaren) Lauf; ein junges Paar findet zueinander. Und doch sind es meist die "Alten", deren Liebesleben noch einmal aufblüht. Gute Unterhaltung wird geboten, der feine britische Humor kommt zur Geltung, manche fernöstliche Lebensweisheit wird zum besten gegeben. Man kann nur hoffen, dass der Film mit einer kongenialen Übersetzung bzw. in einer gelungenen Synchronfassung in die Kinos kommt, denn es wäre schade, wenn der Wortwitz verloren ginge. Zusätlich gelingt es dem Regisseur John Madden, eine Filmästhetik zu kreieren, die neben Bollywood durchaus bestehen kann und trotzdem (west-) europäische Bedürfnisse bedient. Optisch bietet der Film eine Varianz der Motive und eine Opulenz, die zu Indien gut passen. Musikalisch werden die emotionalen Fieberkurven zusätzlich unterstützt. Die stellenweise starke Sentimentalität steht im harten Gegensatz zu der bitteren Realität Indiens. Wirklich krasse, bittere, schmerzhafte Momente bleiben dem Zuschauer erspart.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Ein liebenswerter Film, der den Zuschauer mit einem positiven Lebensgefühl aus dem Kino entlässt.
  • Britische Schauspielaristokratie glänzt in John Maddens warmherziger Dramödie

    über ein vermeintliches Rentnerparadies in Indien.

    Was Italien für Mike Newells “Verzauberter April” war, ist Indien für John Maddens Nachfolger auf seinen Thriller “Eine offene Rechnung”: ein Katalysator für seelische Reinigungsprozesse, Lebensbestandsaufnahmen und Erneuerung durch Erfahrungsgewinn. Die Verfilmung eines 2004 veröffentlichten Romans von Deborah Moggach versammelt Veteranen der britischen Film- und Theaterszene, darunter in zentralen Rollen Judi Dench, Tom Wilkinson, Maggie Smith und Bill Nighy, und konfrontiert die von ihnen dargestellten Figuren mit der Exotik, dem Temperament und dem Chaos Indiens. Dort, in einem etwas heruntergekommenen Hotel, wollen eine Handvoll Singles und ein Ehepaar ihren Lebensabend verbringen – angelockt von günstigen Konditionen und einer Luxus versprechenden Broschüre, die allerdings laut dem jungen Hotelchef (Dev Patel aus “Slumdog Millionär”) nur “einen Blick in die Zukunft bietet”.

    Von Beginn an stoßen indische Gelassenheit und Improvisationskompetenz auf längst nicht nur hüftsteife Europäer, die sich unterschiedlich schnell zu arrangieren lernen. Zum Figurenpersonal gehören ein Jurist, der nach 40 Jahren nach Indien zurückkehrt, um seine große, tabuisierte Liebe wiederzufinden. Eine Witwe, die ebenso lange verheiratet war und nun, erstmals auf sich gestellt, ein ganz anderes, befreites Leben entdeckt. Zentrale Sympathiefigur neben ihr ist ein Mann, dem nicht einmal seine chronisch nörgelnde Frau die gute Laune verderben kann, während eine schwerkranke alte Dame hinter ihrer brummig-giftigen Fassade einen mitfühlenden Menschen durchblicken lässt.

    Die Anpassungserfahrungen dieser Charaktere bilden in Koalition mit einer eigentlich unnötigen jungen indischen Romanze den Plot, in dem berührende, komische und auch nachdenkliche Momente ihren Platz finden. Der dominante Ton ist dabei liebenswert und optimistisch, das Tempo dem hektischen Hintergrund zum Trotz verhalten und kontrolliert, was nicht nur klassischen britischen Erzähltraditionen entspricht, sondern auch dem gereiften Alter der Figuren geschuldet ist. “Best Exotic Marigold Hotel” ist therapeutisch sonniges, charmantes Erwachsenenkino mit einem sympathischem Nebeneffekt: Bei Sichtung und auch danach kann man sich so jung fühlen wie selten zuvor. kob.
  • Alte Leute sind im Kommen, und zwar nicht nur in der Bevölkerungsstatistik, sondern auch als Helden der Kinoleinwand. Der Film entdeckt den Ruhestand als eines der letzten unerforschten Gebiete, das noch voller Überraschungen steckt. Mit ihrem zauberhaften Charme wickelt die britische Komödie „Best Exotic Marigold Hotel“ auch Zuschauer jüngeren Alters mühelos um den Finger. Regisseur John Madden inszenierte das Drehbuch von Ol Parker, welches auf dem Roman „These Foolish Things“ von Deborah Moggach basiert.

    Die sieben betagten Engländer brechen auf in eine andere Kultur, deren quirlige Fremdheit sie herausfordert und ihre Sinne schärft. Das fängt schon bei der Ankunft am Flughafen an, als die Reisenden spontan in das einzige verfügbare Verkehrsmittel für die Weiterfahrt steigen: einen überfüllten Bus. Zwischen Einheimischen sitzend, scheiden sich die Geister der Aufgeschlossenen und der Abwehrenden. Der von einem herrlich lässigen Bill Nighy gespielte Douglas ist offen für das Neue, während seine Frau Jean, gespielt von Penelope Wilton, keine Gelegenheit auslässt, sich über Mängel und Missstände aufzuregen. Tom Wilkinson spielt den schwulen Graham, der seine erste große Liebe nach beinahe lebenslanger Trennung wiedersehen will.

    Die hüftkranke Muriel, dargestellt von einer wandlungsfähigen Maggie Smith, schockierte bereits in England mit ihrer rassistischen Überheblichkeit. In Jaipur wähnt sie sich folgerichtig zunächst in der Hölle, aber dann knüpft sie Kontakt mit einer Frau aus der Kaste der Unberührbaren. Die von Judi Dench gespielte, aufgeweckte Evelyn hält in ihrem Tagebuch fest, wie das Gäste-Ensemble die neuen Eindrücke verarbeitet und zitiert daraus aus dem Off. Sie jobbt im örtlichen Callcenter als Beraterin und erklärt den jungen Indern, wie man dem Gesprächsstil älterer Engländer entgegenkommt. Dieser Einfall repräsentiert die zupackende Art des Films, seine Charaktere als Akteure zu betrachten, die ihre Anliegen einbringen und innere Blockaden lösen.

    Indien kommt den Engländern dabei entgegen: Als Europäer und als Alte erfahren sie Respekt und Wertschätzung. Der jungenhafte Hotelmanager Sonny, gespielt von Dev Patel, hat die Marktlücke erkannt, Senioren eine Fluchtmöglichkeit zu bieten aus ihrer auf die Jugend fixierten Gesellschaft. Sonny kann zwar herrlich schwadronieren über die blühende Zukunft seines vom Vater geerbten Hotels, doch die Telefone gehen nicht und die Gäste müssen sich als Klempner betätigen. Sonny hat eine junge Freundin, die für seine Mutter nicht gut genug ist und zwei Brüder, die das Hotel verkaufen wollen. Das bietet Stoff für interkulturelle Einmischung der wohlwollenden Gäste und versorgt die Geschichte mit dem versprochenen exotischen Flair.

    Dazu trägt auch der verwilderte, romantische Hotelgarten bei, eine traditionelle Feuerbestattung und die wehklagend-melodiöse indische Musik, die die Handlung durchzieht. Die Geschichte ist zwar insgesamt versöhnlich-vereinfachend, aber der erfrischend schnippische britische Humor sorgt für eine gute Balance, sowohl im Dialogwitz, wie in der augenzwinkernden Erzählhaltung. Dieser Film beweist, dass es spannende Geschichten mit alten Leuten in den Hauptrollen geben kann, die weniger vom Abschiednehmen, als vom Neuentdecken der Möglichkeiten handeln, die das Leben bietet.

    Fazit: "Best Exotic Marigold Hotel" ist eine stimmungsvolle britische Komödie über sieben englische Rentner, die Zimmer in einem heruntergekommenen Hotel in Indien beziehen.
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