Beasts of the Southern Wild (2012)

Beasts of the Southern Wild Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Beasts of the Southern Wild: Südstaaten-Märchen um ein sechsjähriges Mädchen, das als sein Vater zunehmend schwächer wird, es mit Seemonstern und Naturphänomenen zu tun bekommt.

Im Bathtub, einer Slumsiedlung hinter dem Deich in Louisiana, lebt die sechsjährige Hushpuppy mit ihrem vom Fusel abhängigen Daddy. Ein Energiebündel, das mit den Händen Krabben knackt, sich kräftig prügelt, den Tieren lauscht und wie ein kleiner Panzer durch den Matsch stapft. Aus ihrem Blickwinkel entfaltet sich ein Mikrokosmos von Außenseitern. Wenn der angekündigte Sturm und die Flut kommen, heißt es, sich mit Nachbarn und Freunden zusammentun. Überleben als archaische Gemeinschaftssache.

Ein sechsjähriges Mädchen kämpft mit den anderen Bewohnern einer improvisierten Sumpfwelt nach dem Dammbruch ums Überleben. Sensationelles Filmdebüt, das auf höchst eindringliche Weise von einer dem Untergang geweihten Sumpfwelt erzählt.

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Kritikerrezensionen

  • Rund um die Menschen und Mythen des sumpfigen Mississippi-Delta siedelt Regisseur Benh Zeitlin "Beasts of the Southern Wild" nach einem Theaterstück von Lucy Alibar an, das er gemeinsam mit der Künstlergruppe Court 13 realisierte. Die Mischung aus Sozialdrama, Hommage an die New Orleans-Kultur und Coming-of-Age-Märchen erhielt auf dem Sundance Festival den Grand Jury Prize und dem Fantasy Filmfest den Publikumspreis. Zwar fällt den surrealen Szenen, in denen monströse Auerochsen als apokalyptische Vorboten ungebändigt durch die Region gen Bathtub ziehen, nur ein minimaler, aber dennoch wichtiger Part zu. Das Aufeinandertreffen der riesigen Urzeitwesen mit der sechsjährigen Ich-Erzählerin entpuppt sich als deutliche Blue-Screen-Aufnahme, was allerdings den einzigen wirklichen Schwachpunkt der Low-Budget-Produktion darstellt. Angesichts der überschaubaren finanziellen Möglichkeiten des Filmemacher-Kollektivs bleibt dieses Manko verschmerzbar.

    Ohnehin konzentriert sich Zeitlin stärker auf sein zusammen gewürfeltes Personal aus Krabbenfischern, Ölbohrarbeitern und besitzlosen Außenseitern am Rande der Zivilisation, deren Lebensgrundlage zunehmend zu verschwinden droht. Die Ungeheuer, wohl ganz in der Fantasie des schwarzen Mädchens entsprungen, bilden ein Synonym für die zunehmende Umweltzerstörung und organisierte Vernichtung von Lebensraum. Es verwundert kaum, dass die Ölkatastrophe der BP Deepwater Horizon in die Zeit der Dreharbeiten in der gleichen Region fiel.

    Entsprechend des angestrebten magischen Realismus setzte Zeitlin auf Laiendarsteller, die der entrückten Geschichte mit natürlichem Auftreten einen glaubwürdigen Unterton verleihen. Vieles wirkt improvisiert und dem Alltag abgeschaut. Daher zeigt sich manche Sequenz mehr der Unterstützung einer poetischen Atmosphäre als einer stringent entwickelten Story geschuldet.

    Trotzdem steuert die Handlung auf wichtige Wendungen zu, wenn sich die junge Protagonistin mit Schicksalsschlägen und steten Herausforderungen konfrontiert sieht. Mit ihrer wuscheligen Löwenmähne, weißen Gummistiefeln und ausgefransten Jeans wirkt Hushpuppy ebenso verspielt wie lebenstüchtig, zumal sie in einem eigenen Verschlag in der Nähe ihres strengen, kranken Vaters haust. Gleichfalls lassen sich die restlichen Bayou-Bewohner ihre Feierlaune nicht von der angekündigten Flutwelle verderben, arrangieren sich mit den desolaten Umständen und schlagen schließlich rabiat gegen die Auswüchse der Moderne zurück.

    Trefflich unterstützt die stimmungsvolle Musik den Appell für Lebensfreude und Hoffnung in ausweglosen Situationen. Gemeinsam mit Dan Romer komponierte Regisseur Benh Zeitlin einen Score zwischen Louisaanna-Blues und euphorischem Marching-Band-Rhythmus, der mitunter an den hymnischen Sound von "Arcarde Fire"erinnert. Auch dies verleiht der doch streckenweise düsteren Geschichte um Liebe und Verlust einen optimistischen Unterton.

    Fazit: Zwischen surrealen Einlagen und realistischen Beobachtungen liefert "Beasts of the Southern Wild" eine lebensfrohe Hommage an Kultur und Mythen der bedrohten Mississippi-Delta-Region.
  • Camera d’Or-Gewinner Benh Zeitlin verbindet in einem bildgewaltigen Abenteuertrip durch den Süden Louisianas ökologische Katastrophe und fantasievolle Fabelwelt.

    Schade, dass dieser mythische Film über ein Mädchen im Bayou schon den Großen Preis der Jury in Sundance erhielt und deshalb “nur” im Certain Regard laufen konnte und nicht im Wettbewerb des Festival de Cannes. Benh Zeitlin erinnert an Terrence Malick und seinen elliptischen Stil, wenn er in epischer Erzählweise mit hypnotischen Bildern in eine dem Untergang geweihte Welt führt, in den Bathtub, eine Slumsiedlung hinter dem Deich in Louisiana und schon in den ersten Einstellungen entfesselte Natur in einer seltenen Intensität zeigt. Ein Ort, der vor der nächsten Überflutung nicht sicher ist, wo nichts sicher ist, jeder Tag der letzte sein kann.

    Hier lebt die sechsjährige Hushpuppy mit ihrem vom Fusel abhängigen Daddy. Ein Energiebündel, das mit den Händen Krabben knackt, sich kräftig prügelt, den Tieren lauscht und wie ein kleiner Panzer durch den Matsch stapft, Errungenschaften der Zivilisation wie fließendes Wasser oder permanenten Zugang zu Strom nicht kennt. Aus ihrem Blickwinkel erleben wir einen Mikrokosmos von Menschen, die gerne feiern, tanzen und trinken, aber ihren Stolz als Außenseiter pflegen. Wenn dann der angekündigte Sturm kommt, heißt es für die einstigen Opfer des Hurrikan Katrina, sich mit Nachbarn und Freunden zusammentun. Überleben als archaische Gemeinschaftssache, Hunger, Krankheit und Tod trotzen, nie aufgeben. Und Widerstand gegen jegliche Autorität mit ihren Evakuierungsplänen. Ein Hoch auf die kleine Anarchie. Kindheit ist hier keine schöne, aber eine aufregende und gefährliche Zeit mit Monstern und Katastrophen, eine Zeit, in der die Kleine sich in eine Traumwelt mit Fantasie-Ungetümen katapultiert, in der sie auch mit ihrer wahrscheinlich gestorbenen Mutter spricht.

    Kameramann Ben Richardson taucht die Szenerie in ein schmutziges Braun, die Sümpfe, den Fluss, die Hütten. Eine Welt des Elends aber ohne Larmoyanz. Der auf einem Theaterstück basierende Film kommt ohne professionelle Schauspieler aus, ein Phänomen ist die aus viertausend Mädchen ausgewählte sechsjährige Quvenzhané Wallis mit ihrer kindlichen Kraft und Ausstrahlung. Der manchmal etwas pathetische Soundtrack passt, auch wenn man sich daran gewöhnen muss. “Beasts of the Southern Wild” ist ein Film zum Schauen und Staunen. Kaum zu glauben, dass dieser poetische Lobgesang auf Überlebenskraft und Selbstvertrauen in fast aussichtslosen Situationen ein Regiedebüt ist. Zeitlin liefert US-Independent Kino at its best. mk.

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