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Babel (2006)

Babel Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Babel: Ensembledrama über vier Gruppen von Menschen, deren Leben vom selben Gewehrschuss für immer verändert wird, ohne dass sie einander jemals treffen.

Ein einziger Gewehrschuss verändert das Leben mehrerer Menschen auf drei Kontinenten, die sich fast nie begegnen. Bei fahrlässigen Schießübungen verletzen zwei marokkanische Jungen die amerikanische Bustouristin Susan (Cate Blanchett) lebensgefährlich. Ihr Mann Richard (Brad Pitt) bangt in einem Dorf bar medizinischer Hilfe um sie. Der Vorfall wird zum Politikum, und eine Jagd auf vermeintliche Terroristen nimmt ihren Lauf. Derweil schmuggelt die Haushälterin Amelia (Adriana Barraza) zwei Kinder mit auf eine Hochzeit in Mexiko. Und in Japan leidet die taubstumme Chieko (Rinko Kikuchi) unter Vereinsamung.

Weltumspannendes Ensembledrama mit vier raffiniert ineinander verwobenen Storys, in denen Alejandro González Iñárritu (“21 Gramm”) eindringlich und packend über Schuld, Schmerz, Vergebung und die Unfähigkeit miteinander zu sprechen meditiert.

Zwei marokkanische Jungen spielen mit einem Gewehr, ein Schuss löst sich. Mit einem Schlag wird das Leben von vier voneinander unabhängigen Gruppen von Menschen aus drei verschiedenen Kontinenten auf den Kopf gestellt. Darunter befinden sich ein amerikanisches Paar, ein rebellischer japanischer Teenager und sein Vater sowie ein mexikanisches Kindermädchen, das zwei amerikanische Kinder über die Grenze schmuggelt. Keiner der Fremden wird sich jemals treffen, auch wenn sie sich in diesem einen Moment so nah sind, wie Menschen nur sein können.

Im Hinterland Marokkos fällt ein Schuss, abgefeuert von einem Hirtenjungen. Die Kugel durchschlägt die Scheibe eines Reisebusses, in dem ein kalifornisches Ehepaar sitzt. Schwer getroffen sinkt die Frau zusammen. In Mexiko schmuggelt derweilen ihre Nanny deren zwei Kinder über die Grenze, während im fernen Tokio ein stummes Teenager-Mädchen heftig gegen ihren Vater rebelliert. Der hatte einst nach Beendigung des Wüstenurlaub ein altes Gewehr an seinen einheimischen Jagdführer verschenkt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Drei Kontinente, drei Handlungsstränge (wie schon in González Iñárritus „Amores Perros“ und „21 Gramm“) und ein babylonisches Sprachgewirr: Darauf baut der Regisseur seine filmische Reflektion über Globalisierung, Grenzen und Kommunikationsunfähigkeit auf. „Babel“ erzählt davon, wie ein vermeintlich kleines Ereignis weltweite Auswirkungen nach sich zieht, und wie die Betroffenen gezwungen werden, ihren Standpunkt und ihre Weltsicht in Frage zu stellen.

    Zentrales Moment ist die Grenze, die sich als Motiv in verschiedenen Formen durch den Film zieht. Sei es ganz real als Staatsgrenze zwischen Mexiko und den USA, mit deren Polizisten Amelia bei der Reise in Konflikt gerät, sei es als sprachlich-kulturelle Grenze in Marokko. Nur über den Reiseleiter können die Touristen Susan (eher blass: Cate Blanchett) und Richard (Brad Pitt) mit den Einwohnern eines kleinen Dorfes in der marokkanischen Wüste kommunizieren, als sie verzweifelt auf medizinische Hilfe warten. Die Mitreisenden tun sich noch schwerer, als sie auf einmal aus dem Reisebus aussteigen müssen, einem goldenen Käfig, der sie von den Einheimischen fernhielt. Und in Tokio fühlt sich Chieko ausgegrenzt, da sie nicht mit ihrer Umwelt kommunizieren kann. Sie setzt auf Provokation. Doch auch untereinander gelingt es den Figuren nicht, eine gemeinsame Sprache zu finden. Susan und Richard streiten über die Zukunft ihrer Ehe, Amelia streitet mit ihrem betrunkenen Neffen (Gael García Bernal) über dessen Reaktion auf die Grenzbeamten und Cheiko giftet ihren Vater an, der genauso wie sie unter dem Tod der Mutter leidet.

    Kunstvoll kontrastiert Alexander González Iñárritu in seinem dritten Spielfilm die Handlungsorte, die Cyber-City Tokio, die tagsüber quietschbunt, nachts nur als unendliches Lichtermeer erscheint, erdig und karg die endlose Hügellandschaft der marokkanischen Wüste, bunt, bodenständig und handfest die Hochzeit in Mexiko. Dabei springt er a-chronologisch zwischen den Handlungssträngen hin und her und überträgt die Kommunikationsschwierigkeiten auch auf den narrativen Aufbau des Films. Dabei geraten jedoch vor allem die Episoden in Mexiko und Marokko (mit recht holzschnittartiger Figurenzeichnung) streckenweise etwas langatmig. Dabei legt der Regisseur wenig Wert auf Spannungsdramaturgie oder unvorhergesehen Wendungen. Vielmehr ist „Babel“ als Panorama der Gegenwart zu verstehen, in der als Folge der zunehmenden Globalisierung Kleines und Großes, Nah und Fern oft enger zusammenhängen, als man zunächst glauben mag. Ist das nun Chance oder Fluch? Iñárritu verwehrt sich jeglichen moralischen Urteils über seine Figuren. Doch was sich für sie als Fluch darstellt, ist die Kommunikationslosigkeit. Sie zu überwinden, würde es ermöglichen, die Globalisierung als Chance begreifen zu können.

    Fazit: Brilliant fotografiertes Drama über sichtbare und unsichtbare Grenzen zwischen den Menschen, das phasenweise etwas akademisch konzeptioniert wirkt, jedoch ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.
  • Ein in den Bergen von Marokko abgefeuerter Schuss ist das Bindeglied von drei scheinbar unzusammenhängenden Geschichten in drei Kontinenten, mit denen der mexikanische Filmemacher Alejandro González Inárritu seine mit “Amores perros” und “21 Gramm” begonnene Trilogie zu Ende führt.

    Der sprichwörtliche Schuss, den man auf der ganzen Welt hört, bildet den Ausgang für ein weiteres Spiel von Alejandro González Inárritu mit Raum und Zeit. Spürbar weniger nervös und fragmentiert als der Vorgänger “21 Gramm” und weitaus ambitionierter als die bisherigen Arbeiten des Mexikaners, malt der in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnete Filmemacher auf der denkbar größten Leinwand, lässt die Handlung von Afrika nach Amerika und Asien und wieder zurück springen und bleibt doch ein intimes Porträt der Figuren, die er ins Visier nimmt: Zwei marokkanische Hirtenjungen spielen mit einem Gewehr, das der Vater illegal erworben hat, um seine Ziegenherde vor Angriffen von Schakalen zu schützen. Ein amerikanisches Ehepaar versucht auf einer Afrikareise nach einer Beziehungskrise wieder zueinander zu finden. Eine vom Selbstmord der Mutter traumatisierte taubstumme Japanerin versucht einen jungen Polizeibeamten zu verführen, der ihren Vater im Zusammenhang mit einem Verbrechen befragen will. Eine mexikanische Haushälterin nimmt die beiden ihr zur Aufsicht übertragenen Kinder mit zur Hochzeit ihrer Tochter. Die einzelnen Situationen spitzen sich jeweils scheinbar unabhängig voneinander zu und sind doch unausweichlich miteinander verwoben. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, dass die Handlungsfäden der einzelnen Geschichten schließlich zusammenlaufen.

    Wie der biblische Titel bereits impliziert, geht es Inárritu, der erneut mit einem Drehbuch des Literaten Guillermo Arraga Jordan arbeitet, um die Sehnsucht des Menschen nach Kontakt und die Unmöglichkeit von Kommunikation. Ob es nun das Mädchen ist, das nicht hören und deshalb nicht verstehen kann, was um sie herum vorgeht, oder die Haushälterin, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, um das Anderer zu retten, aber kein Gehör bei den US-Behörden findet, oder den Amerikaner, dessen persönliche Tragödie nur politisch ausgeschlachtet wird, während er verzweifelt um das Leben seiner Frau kämpft: “Babel” zeigt die Welt als potenzielles Paradies, das nur durch menschliches Zutun, durch unsere Unfähigkeit zuzuhören und zu verstehen zur Hölle wird. Viele Szenen und Momente brennen sich in die Erinnerung ein: Wenn der Amerikaner seine schwer verletzte Frau küsst, während sie in einer kleinen Hütte auf einem Topf ihre Notdurft verrichtet. Wenn Inárritu in einem lauten Club in Tokio das Geschehen mit dem lautlosen Erleben des Mädchens gegenschneidet. Oder wenn die Haushälterin im roten Abendkleid ziellos durch die Wüste läuft. Es ist die Menschlichkeit der Erzählung, die “Babel” so intensiv macht, zu einem Meisterwerk des Weltkinos, politisch brisant und doch ganz privat: Alles ist simpel und nachvollziehbar und gerade deshalb so kompliziert – auch wenn der Regisseur sein Publikum schließlich mit einem Lichtstrahl der Hoffnung aus dem Kino entlässt. Mit Brad Pitt, Cate Blanchett und Gael Garcia Bernal an der Spitze einer weitgehend aus Laien bestehenden Besetzung ist die Chance jedenfalls groß, dass auch das Mainstream-Publikum aufhorcht, um die Echos des einen fatalen Schusses zu hören. ts.

Darsteller und Crew

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