Avatar - Aufbruch nach Pandora (2009)

Originaltitel: Avatar
Avatar - Aufbruch nach Pandora Poster
Userwertung (6)
  1. Ø 4.2
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 4.8

Filmhandlung und Hintergrund

Avatar - Aufbruch nach Pandora: In jeder Hinsicht gewaltiges Mammutprojekt von James Cameron über einen jungen Marine, der sich bei einem Krieg der Welten entscheiden muss, auf wessen Seite er steht.

Auf der Suche nach neuen Ressourcen stoßen die Menschen im 22. Jahrhundert auf den Planeten Pandora, der von den Na’vi bevölkert wird, drei Meter großen Lebewesen mit blauer Haut. Da Menschen auf dem Planeten nicht atmen können, kommen Avatare zum Einsatz: Ersatzlebewesen in Na’vi-Form, die von ihren Besitzern gesteuert werden. Der querschnittsgelähmte Marine Jake Sully wird für das Programm ausgewählt. Er lernt die Na’vi Neytiri kennen und lieben und findet sich im Kreuzfeuer eines Krieges zwischen Menschen und Na’vi, die ihren Planeten verteidigen.

Auf der Suche nach neuen Ressourcen stoßen die Menschen im 22. Jahrhundert auf den Planeten Pandora, der von den Na’vi bevölkert wird, drei Meter großen blauhäutigen Humanoiden. Da Menschen auf Pandora nicht atmen können, kommen Avatare zum Einsatz: Ersatzlebewesen aus der Retorte in Na’vi-Form, die von ihren Besitzern gesteuert werden. Der gelähmte Marinesoldat Jake Sully wird für das Programm ausgewählt. Er lernt die Na’vi Neytiri kennen und lieben und findet sich im Kreuzfeuer eines Krieges zwischen Menschen und Na’vi.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • So funktioniert Geschichtenerzählen, so werden Märchen geschrieben. Und das – man kann es gar nicht deutlicher betonen – das ist pures Kino!
  • Zwölf Jahre mussten verstreichen nach “Titanic” bis zu James Camerons Rückkehr zum Spielfilm. Viereinhalb Jahre davon hat er in “Avatar” gesteckt, ein perfektes Science-Fiction-Abenteuer, das eine neue Welt aus dem Boden stampft und wie erhofft Maßstäbe setzt.

    “Avatar” beginnt mit zwei Augen, die sich öffnen. Zweieinhalb Stunden später werden sich die Augen der selben Figur erneut öffnen. Was Jake Sully, gespielt von dem charismatischen Australier Sam Worthington, dazwischen gesehen und erlebt hat, hat ihn von Grund auf verändert: Am Schluss des Films sieht er die Welt buchstäblich mit anderen Augen. Und das Publikum mit ihm, für das Jake Sully selbst die Aufgabe eines Avatars übernimmt: Seine Entdeckungsreise auf dem Planeten Pandora ist es, die einen James Cameron hautnah miterleben lässt, sein Kennenlernen der Kultur der eingeborenen Na’vi, blauhäutige und drei Meter große Wesen, die in perfekter Harmonie mit ihrer Umwelt leben, und schließlich seine Erkenntnis, dass diese Welt gegen alle Widerstände zu erhalten ist – auch wenn er sich damit gegen die Menschen stellt, die nach Pandora gekommen sind, um den Planeten rücksichtslos zu roden.

    Der Film hat keine Zeit zu verlieren, beginnt bereits mitten im Weltraum, alle nötigen Hintergrundinformationen zur Hauptfigur liefert ein hartgesottener Off-Kommentar im Stil von “Apocalypse Now”. Sully ist ein desillusionierter ehemaliger Marine im Jahr 2154, der seit einem Einsatz gelähmt und seines Lebenswillens beraubt ist. Weil sein Bruder, ein ausgebildeter und gut vorbereiteter Wissenschaftler, überraschend verstorben ist, soll er dessen Stelle im Avatar-Programm der mit allen Wassern gewaschenen Dr. Grace Augustine auf Pandora einnehmen. Er besitzt das identische Genom und kann dessen Avatar, ein für viel Geld entwickeltes Wesen mit dem Äußeren eines Na’vi, aber der Seele eines Menschen, direkt übernehmen: Mit einem Avatar kann man sich frei auf dem für Menschen unbewohnbaren Planeten bewegen und atmen. Mit der Unbeschwertheit und Naivität eines Kindes tritt Sully in diese neue Welt, die sich für ihn als Wunderland entpuppt, während er hinter den Kulissen zum Spielball unterschiedlicher Interessen wird. Dem Idealismus von Dr. Augustine, die Schulen auf Pandora gebaut und zarte Bande mit den Na’vi und ihrer komplexen Kultur geknüpft hat, steht der eiskalte Kapitalismus des abgewichsten Industriellen Selfridge (sic!) und der Pragmatismus des Betonkopfs Col. Quaritch entgegen, die ihrerseits Sully instrumentalisieren wollen, um Pandora noch rücksichtsloser ausbeuten zu können.

    Ob man die nun folgende Geschichte nun als simpel oder klassisch bezeichnet, spielt keine Rolle. Wer gut ist, bleibt gut, wer böse ist, bleibt böse. Die Story schlägt keine Haken, hält keinen deus ex machina bereit, ist nicht aufgeblasener als nötig. Es ist die Geschichte, die schon in “Lawrence von Arabien”, “Der mit dem Wolf tanzt” oder auch “Gorillas im Nebel” (Sigourney Weaver wiederholt als Dr. Augustine ihre Rolle der Dian Fossey) als großes Kino erzählt wurde, vom Fremden im fremden Land, der sich erst selbst finden kann, nachdem er sich für die andere Welt öffnet. Die Erweckung des Jake Sully, sein von Szene zu Szene wachsender Respekt für die Lebensweise der Na’vi und seine Liebe zur stolzen Kriegerin Neytiri (Zoe Saldana als anmutige Sarah Connor in Blau) bilden den Rahmen für ein Eintauchen in Bilderwelten, die man in dieser Form noch nicht gesehen hat: Cameron, bekannt für seine monochromen, düsteren Farbpaletten, hält eine unerhörte Explosion der Farben bereit, ein bis ins letzte Detail ausgetüfteltes Ökosystem, Flora und Fauna, inspiriert von seinen zahlreichen Unterwasserreisen, die einen staunen lassen, wie man beim ersten Anblick der Dinosaurier in “Jurassic Park” staunte – verstärkt noch von der beachtlichen 3-D-Arbeit, die mit großem Feingefühl und sehr akzentuiert eingesetzt wird. Unweigerlich steuert die Handlung auf die Vertreibung aus dem Paradies zu, manifestiert in der Zerstörung des gewaltigen Lebensbaums der Na’vi. Parallelen lassen sich entdecken zu Terrence Malicks “The New World”, auch wenn der sich die Perspektive der Natur zu Eigen macht, während Camerons Blick der des bekehrten Technokraten ist. Sein entscheidendes Motiv aus “Titanic” arbeitet er noch stärker heraus: die tragische Hybris des Menschen und die Fehlbarkeit des technologischen Fortschritts – eine humanistische Botschaft, eingebettet in einen Film, der selbst technologisch nicht fortgeschrittener sein könnte. Und kaum unterhaltsamer, kaum spektakulärer: Wenn die Na’vi unter Führung Sullys zum letzten Halali blasen und inmitten schwebender Berge die überlegene Flotte der Armee mit Pfeil und Bogen attackieren, zieht der Filmemacher alle Register seines Könnens als bester Actionregisseur der Welt, verdichten sich die Versatzstücke der Handlung zu einem entscheidenden Duell, das wie ein fernes Echo der finalen Konfrontation von “Aliens – Die Rückkehr” anmutet.

    Überhaupt klingen die entscheidenden Motive und Themen aus den bisherigen Filmen Camerons an, werden variiert, zitiert, neu arrangiert. Er stellt sie in den Dienst einer beeindruckenden Arbeit, für wenigstens 250 Mio. Dollar großteils aus dem Nichts aus dem Boden gestampft, wie man sie nicht alle Tage im Kino zu sehen bekommt. Nicht jede Szene ist ein Volltreffer. Die Bilder, mit denen Cameron die tiefe Spiritualität der Na’vi verdeutlicht, schrammen haarscharf am Eso-Kitsch vorbei, an das Design der Na’vi und vor allem Sullys Avatar muss man sich gewöhnen. Aber in seiner Gesamtheit entfaltet sich “Avatar” als Werk aus einem Guss, in dem sich Bilder, Farben, Ideen und 3-D zu einem großen Ganzen formen, das die Grenzen des filmisch Machbaren noch einmal verrückt und doch nur eines sein will: große Unterhaltung, zweieinhalb Stunden lang und doch zu kurz, die ihrem Publikum die Augen öffnet. Und bei einem bleibt, auch wenn man sie geschlossen hält. ts.
  • Was macht eigentlich gutes Kino aus? Wenn man hinterher sagen kann, dass es einen berührt hat? Oder wenn man sagen kann, man hat etwas über sich, die Welt oder andere Menschen gelernt? Oder man bekommt etwas von der Reflexion über diese Dinge mit? James Cameron, der Regisseur von Erfolgsfilmen wie „Der Terminator“ oder „Titanic“ macht Hollywoodkino, das allerdings in hoher Qualität. Kaum einer beherrscht es so wie er die Klaviatur der menschlichen Emotionen zu bedienen. Das mögen ihm die einen vorwerfen, die anderen lassen sich von seinem Kino beeindrucken. Wenn man sich darauf einlässt wird man weggeblasen. „Avatar-Aufbruch nach Pandora“ bläst einen weit weg, in weit entfernte Galaxien.

    Sieht man den Film in 3D, was leider nicht in allen Kinos möglich ist, glaubt man dabei zu sein, in die phantastische Welt einzutreten und die Dinge berühren zu können. Man sitzt nicht vor, nein in diesem Film und kommt sich vor wie ein Kind, dem der Weihnachtsmann das erste Mal begegnet.

    Vier Jahre Produktionszeit wurden für „Avatar“ benötigt. Diese sind besonders dem aufwändigen Animationsverfahren und der 3D-Technik geschuldet. Die RealD 3D-Technik hat Cameron für den Film vorangetrieben. Dieser Film setzt Zeichen und wird von nun an die Messlatte für das Animationsgenre setzen. Und diese Messlatte hat er hoch angesetzt. Parallel zum Film wurde erstmals ein Computerspiel entwickelt. Beide Medien befruchteten sich gegenseitig und werden wohl zukunftsweisend für eine solche Zusammenarbeit zwischen Computerherstellern und Filmemachern sein.

    Die Technik, sowohl die 3D-Effekte, als auch die Animationen nimmt man kaum mehr wahr. So perfekt und fotorealistisch nähert sich dieser Film bereits einer vollkommen erfundenen Welt an. Man glaubt, diese Welt müsse irgendwo real existieren. Dabei wurde jede einzelne Pflanze, jedes Wesen, jedes Fahrzeug erfunden und designt. Über ein Petabyte, das sind 1000 Terabyte wurden für die digitalen Elemente des Films an Speicherkapazität benötigt.

    Zu Beginn des Films zeigt Cameron erst mal was diese Technik alles kann. Der Zuschauer fliegt über den Regenwald von Pandora hinweg, durch Nebelschwaden hindurch nach denen man die Hand ausstrecken möchte. Das innere der Basis-Station der Menschen wird spektakulär in Szene gesetzt. Die Schauspieler scheinen direkt vor einem zu stehen. Einzig die Größenverhältnisse sind teilweise noch etwas seltsam.

    Was bislang nur der Ton konnte, sich von hinten anzuschleichen um räumliche Tiefe darzustellen, kann jetzt auch das Bild. Plötzlich steigen Roboterbeine förmlich über einen drüber. Die 3D-Effekte überfordern am Anfang das Auge und das Gehirn, man ist mit Reizen überflutet. Die Bilder saugen einen förmlich auf und man kann sich nachher gut in Jake hineinversetzen, wie überfordert er das erste Mal mit seinem neuen Na’vi Körper ist. Genauso geht es einem beim Zuschauen, man muss erst einmal das Laufen lernen. Aber spätestens wenn es in die bunten Wälder von Pandora geht, fühlt man sich wie in einem Traum. Zugegebenermaßen in einem Hippie-Traum, wie auf Drogen.

    Ein politischer Background, eine Botschaft ist ganz klar hinter dem ganzen Film, wird aber verbal nur zart angedeutet. Die Erde wurde von der Menschheit zerstört und ist lebensfeindlich geworden ohne jegliches Grün. Die Menschen sind auf eine extraterrestrische Energieversorgung angewiesen. Die Na’vi, die mit ihrer Umwelt im Einklang leben sind die klaren Vorbilder in diesem Film.

    Anspielungen auf die Kolonialzeit der Europäer und besonders der Umgang mit den Ureinwohnern Amerikas, den Indianern, sind eindeutig. Entfernt erinnern die Na’vi auch an Indianer. Der Vietnamkrieg stand aber auch Pate. Die Invasoren von der Erde erscheinen einem wie überholte Modelle aus einer anderen Ära. Reagan und Bush Jr. lassen grüßen. Anfangs ist Jake noch auf Augenhöhe, bis er bemerkt, dass all die weit fortgeschrittene technische Perfektion hinter dem mystischen Wissen der Na’vi steht.

    Ein guter Film ist auch einer, der einen für ein paar wenige Stunden in eine andere Welt entführt und einen mit einem etwas anderen Blick in unsere Welt zurückschickt. James Cameron wollte, dass die Zuschauer nicht sagen, sie hätten einen Film gesehen, sondern sie hätten einen Film erlebt. Das muss man sagen, das ist ihm gelungen!

    Fazit: Spektakelkino in Bestform. Ein Film direkt aus den wunderschönen Tiefen des Weltraums mit kritischen Bezügen auf die Umweltzerstörung und unsere politischen Verhältnisse auf der Erde. Ein Erlebnis!
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