Australia (2008)

Australia Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Australia: Baz Luhrmanns bildgewaltige Hommage an seine Heimat, die im Stile alter Hollywood-Epen zwischen Abenteuer, Romantik und Action pendelt.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Die britische Aristokratin Lady Sarah Ashley (Nicole Kidman) hat die Farm ihres Mannes geerbt und muss deshalb nach Australien reisen. Um das Anwesen zu retten, benötigt sie die tatkräftige Unterstützung eines raubeinigen Viehtreibers (Hugh Jackman). Gemeinsam durchqueren sie das Outback, bis sie in Darwin das Bombardement der Japaner erleben, die kurz zuvor Pearl Harbor angegriffen haben.

Ein Nationalepos über den fünften Kontinent wagt Baz Luhrmann (“William Shakespeares Romeo & Julia”). Dabei bedient er sich Australiens größter Stars sowie einer modernen Mixtur aus Romantik, Abenteuer, Action und Dramatik.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begibt sich die Britin Sarah Ashley nach Australien, um ihren Ehemann auf dessen Farm wegen vermuteter Ausschweifungen zur Rede zur stellen. Als sie ankommt, ist er von Flechter, dem Handlanger des Viehbarons Carney, ermordet worden. Viehtreiber Drover soll ihr beim Wiederaufbau der Farm helfen. Das geht nur, indem sie 1500 Rinder mit einer wild zusammengewürfelten Mannschaft durch das Outback nach Darwin treiben. Doch damit beginnt ihr Abenteuer erst.

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Kritiken und Bewertungen

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    Die britische Aristokratin Sarah Ashley reist nach Australien, um ihren Ehemann zum Verkauf ihrer Farm zu drängen und ihn nach Hause zu holen. Doch als sie die Farm erreicht, kommt alles anders als erwartet. Ein großes Abenteuer beginnt und mit jedem Tag im fernen Australien, lernt sie das Land und ihre Einwohner mehr und mehr kennen und lieben. Australia erzählt mehr als nur eine Geschichte und gleicht einer Liebeserklärung an ein wildes, raues Land. Ein Husarenritt durch viele Genres mit Träumen und Abenteuern, Leidenschaft und Liebe, Kriegsepos und ein Stück Geschichte dieses Kontinents. Mit großartigen, faszinierenden Bildern ist Baz Luhrmann eine fulminante bewegende Filmoper gelungen - ganz großes Kino!

    Jurybegründung:

    Nach langer Zeit bringt uns die Traumfabrik Film wieder ein großes Werk um die bewegte Geschichte eines Kontinents, um Träume und Leidenschaften, um Liebe und Krieg, um Hass und Verrat und versucht gleichzeitig ein Denkmal für den Kampf eines unterdrückten Volkes um seine angestammten Rechte, den Aborigines Australiens, zu sein.

    Dass bei so einer großen Filmoper alle Versatzstücke der verschiedenen Filmgenres eingesetzt werden, ist fast selbstverständlich. So ist Australia Western, Abenteuerfilm, Liebesfilm, Melodram und Kriegsfilm in einem und verquickt diese mit einem gewaltigen Schuss Emotionen.

    In der Bewertung dieser Mixtur waren die Jurymitglieder unterschiedlicher Ansicht. Mehrheitlich wurde die große Faszination ausgesprochen, die dieses nationale Epos ausstrahlt.

    Erzählt wird die Geschichte eines Kontinents im Umbruch. Aus einer Zeit, als die Macht der Kolonialherren durch einen Weltkrieg sich dem Ende zuneigt. Erzählt wird auch die Geschichte einer Liebe, die alle Zeiten überdauert. Und es ist auch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der leidvollen Geschichte der Aborigines.

    Reizvoll ist der Einsatz von Versatzstücken des Genres, nicht nur realistisch, sondern auch träumerisch märchenhaft. Die Musik vom Zauberer von Oz zieht sich wie eine große Traumgeschichte als roter Faden durch den Film. Ein Teil der Jury befand, dass die Mischung verschiedener Genres der Dramaturgie und dem damit verbundenen Spannungsbogen nicht gut getan habe. Nachdem der erste Teil des Films bis zum geglückten Ende des Viehtrails nach Darwin dramaturgisch sehr stringent sei, zerfalle der zweite Teil in verschiedene Episoden. Die Jury lobte hingegen einstimmig die herausragenden Leistungen von Kamera, Musik, Ausstattung, der Besetzung und dem Spiel vor allem von Nicole Kidman, die alle Facetten ihres darstellerischen Könnens von steifer Noblesse, subtiler Komik, Leidenschaft, abenteuerlicher Härte bis zu dramatischen Gefühlsregungen ausleben darf.

    Die wohltuende Zurücknahme von Gewalt und Kriegsszenen, grandiose Bilder der unvergleichlichen Schönheit der so unterschiedlichen Landschaften Australiens machen dieses Epos zu einem echten Familienfilm, der auch jüngere Besucher begeistern wird.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Wenn ein Regisseur wie Baz Luhrmann eine Vision hat, dann hindert ihn nichts daran, diese Vision eines Tages Wirklichkeit werden zu lassen. Auch wenn es – wie im Falle von "Australia" – ganze sieben Jahre Zeit in Anspruch nimmt. Bereits "Alexander" hatte ein Epos werden sollen. Als dieses Projekt Luhrmanns nach zwei Jahren intensiver Recherche wegen Oliver Stones themenänlichen Projekts zerstampft wurde, musste sich Luhrmann umorientieren. Einen neuen Stoff fand er letzten Endes in seiner Heimat: Australien.

    Wie er schon in seinen vorhergehenden Filmen immer wieder bewies, begnügt sich Baz Luhrmann nicht mit halben Sachen. Er will die ganz großen Gefühle, also die ganz große Tragik und die ganz große Romantik. Was bei "Romeo und Julia" und "Moulin Rouge" in ebenso prächtigem wie herzzerreißend schönem Kitsch und atemberaubendem Rhythmus seinen Widerhall fand, findet sich bei "Australia" in der epischen Breite vor spektakulärem Hintergrund sowie in einer ausgedehnt erzählten Liebesgeschichte.

    "Australia" ist wahrhaft monumentales Kino, das eine große Leinwand braucht, um wirklich gesehen zu werden. Wo sonst als im Kino ist es möglich, die Vibrationen einer wild gewordenen Rinderherde – dank Dolby Surround – am eigenen Leib zu spüren, ohne gleich Gefahr zu laufen in einen spektakulären Abgrund getrieben oder zermalmt zu werden? Luhrmann nutzt die Größe der Leinwand, um den australischen Outback in seiner ganzen wüsten Schönheit einzufangen. Tatsächlich gehören die ausgedehnten Landschaftspanoramen zum Besten, das der Film zu bieten hat.

    Denn trotz großer Regieerfahrung und großem Vorhaben, "Australia" ist wohl der bislang schwächste Film Baz Luhrmanns. Sein Traum, ein universell funktionierendes Epos zu schaffen, das ganz im Zeichen seiner großen Vorbilder des letzten Jahrhunderts steht, erfüllt sich nur teilweise. Episch sind in "Australia" vor allem die Zeitlupen. Gäbe es sie nicht, der Film wäre eine halbe Stunde kürzer. Und auch die Geschichte selbst gibt nicht so viel her, als dass die Länge des Films darin begründet wäre. Die interessante Nebenhandlung über die "Gestohlenen Generationen", also jenen Mischlings-Kindern, die ihren Familien weggenommen und in die Obhut von Weißen gegeben wurden, geht in den Tiefen der langatmig erzählten Romanze fast ganz verloren.

    Auch die Charakterisierung der Figuren lässt einiges zu wünschen übrig. Die Handelnden werden von vorne herein als eindeutig gut oder eindeutig böse angelegt, wodurch sie ein wenig oberflächlich geraten sind. Auch was die Entwicklung der Figuren angeht, schwächelt der Film. Fast nervend sind die ständigen Anspielungen auf den "Zauberer von Oz". Er wird so oft zitiert, bis auch der letzte Zuschauer begriffen hat, welche Parallelen es zwischen Sarah und Dorothy geben soll. Gleichzeitig wird die Naturmystik der Aborigines in einen märchenhaften Budenzauber verwandelt, der wenig erklärt und viel behauptet.

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Freunde schöner Landschaftsaufnahmen bei "Australia" voll auf ihre Kosten kommen werden, dass aber eingefleischte Luhrmann-Fans vom Endergebnis der langen Arbeitszeit ein wenig enttäuscht sein dürften. Dennoch verfügt "Australia" über genügend großartige Momente, um sehenswert zu sein. Zu guter Letzt ist der Film auch eine Hommage an die großen Epen des letzten Jahrhunderts. Und das hat auch seinen Wert.

    Fazit: Eingefleischte Luhrmann-Fans dürften ein wenig enttäuscht sein, Liebhaber schöner Landschaftsaufnahmen jedoch voll auf ihre Kosten kommen.
  • Sieben Jahre ließ Baz Luhrman seine Ode an sein Heimatland reifen, um sie nun mit großer Bildgewalt als Referenz an die großen Hollywood-Epen von einst auf die Leinwand zu bannen und seine Stars Nicole Kidman und Hugh Jackman so gut aussehen zu lassen, wie es das Kino kann.

    Er besitze nichts, nur seine eigene Geschichte, sagt der kantige Viehtreiber Drover in einer frühen Szene von “Australia” zu der gerade im Land angekommenen Britin Lady Sarah Ashley. Er hoffe, fügt er hinzu, es werde eine gute. Es ist ein Versprechen, das damit auch Australia abgibt, Baz Luhrmans erster Film seit “Moulin Rouge” und der erste Teil einer geplanten Trilogie von Epen. Der ist zunächst einmal mindestens so artifiziell wie Luhrmans delirierende Beiträge zu seiner Red-Curtain-Trilogie, mit der sich der Australier einen Namen machte. Bei “Strictly Ballroom”, “Romeo + Julia” und eben “Moulin Rouge” trug das Künstliche und Unechte noch dazu bei, einen gewollten Abstand zum Gezeigten zu wahren, den Kopf zu füttern und über diesen Umweg den Bauch zu treffen.

    Nun schlägt der visionäre Bilderzauberer und unverbesserliche Romantiker, unterstützt von seiner Frau Catherine Martin, die einmal mehr für die unfassbaren Kostüme und Bauten Verantwortung trägt, und seinen Stars Nicole Kidman und Hugh Jackman (der Russell Crowe ersetzte), den roten Vorhang komplett zurück. Ohne Umwege will er überwältigen, das Herz rühren, mit einer Geschichte, die nicht nur gut, sondern eben auch so groß und verrückt wie der fünfte Kontinent selbst sein soll. Dabei wahrt Luhrman wie gewohnt das Spiel mit den Konventionen. Er will ja nicht neu erfinden, was Epen seit Anbeginn des Kinos erzählen, sondern legt es auf eine Neuerfindung die Form selbst an. In dieses Gefäß gießt er eine altbekannte Geschichte, die sich freizügig aus Versatzstücken von Selznick-Klassikern wie “Vom Winde verweht”, legendärer Western wie “Red River”, Abenteuerschinken wie “African Queen” und natürlich ein bisschen Lean zusammensetzt, und das sehenden Auges und mit viel Stolz.

    Es ist nicht originell, was Luhrman erzählt von der hochgeschlossenen britischen Aristokratin, die sich während des Zweiten Weltkriegs mit dem urwüchsigen Rauhbein zusammentut, um mit einem Viehtrek quer durchs Land die Farm ihres ermordeten Mannes zu retten, sondern wie er es tut, welche Bilder er für die Erweckung der Widerspenstigen in der Zahmen findet. Wie er eine olle Geschichte anreichert, indem er vom Schicksal der Aborigines erzählt, die von den weißen Eindringlingen ermordet und gepeinigt werden. Wie der Film immer dann ganz besonders großartig wird, wenn er die Realität hinter sich lässt und es sich erlaubt, großäugiges Märchen zu sein, ein Freiflug der Fantasie, der auch vor Kitsch und Krokodilstränen nicht zurückschreckt, wenn es ihm in den Kram passt. Wie er La Kidman ihr Schicksal als Sexobjekt beklagen lässt, aber ganz clever – immer nur Jackman als Sexobjekt zeigt. Wie er sich den “Zauberer von Oz” als Leitmotiv erwählt, um weniger von einem idealen Australien und seinen Einwohnern zu fabulieren, als vielmehr zu träumen in einem Musical ohne Songs.

    Dafür braucht es etwas Anlaufzeit. Anfangs wirkt der Film hölzern, ungelenk und auch etwas albern, als hätte sich Mel Brooks “Duell in der Sonne” angenommen. Doch das ändert sich, je näher sich Schöne und Biest kommen, je mehr der Aborigine-Junge Nullah, der als Off-Erzähler dem Film seinen Stempel aufdrückt, in den Mittelpunkt rückt und mit ihm sein Schicksal, wenn er in der zweiten Hälfte des Films als Mischling verschleppt wird, um zwangsmissioniert zu werden, während japanische Kampfflieger ihren Angriff auf Darwin fliegen. Dabei ist “Australia” als Mea Culpa einer Nation an den Verbrechen an seinen Ureinwohnern zwar vielleicht aufrichtig, aber funktionieren kann der Film nur als gnadenloses Melo, das vor keiner großen Geste und keinem noch so billigen Kniff, Emotion zu melken, zurückschreckt, als hätten sich Richard Attenborough und Ken Annakin an den Händen genommen. Weil er es nicht anders will. Und nur so eine große Geschichte herauskommen kann, damit sie auch eine gute ist. ara.

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