Angels' Share - Ein Schluck für die Engel (2012)

Originaltitel: The Angels' Share
Angels' Share - Ein Schluck für die Engel Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 4
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Angels' Share - Ein Schluck für die Engel: Hinreißendes Sozialmärchen mit viel Humor über vier arbeitslose Kids in Glasgow, die den wertvollsten Whisky der Welt stehlen wollen.

Robbie ist ein notorisches Problemkind mit hitzigem Temperament: Haarscharf schrammt der Junge in Glasgow noch einmal an einer Gefängnisstrafe vorbei und wird stattdessen zu Sozialarbeit verdonnert, wo ihn ein Sozialarbeiter für die Wonnen des Single Malt Whisky begeistern kann. Als Robbies Freundin ihr Baby bekommt und sich Konflikte verschärfen, heckt er einen Plan aus, wie er der Misere auf immer entkommen kann: Mit drei Freunden will er den wertvollsten Whisky der Welt aus einer Distillerie in den Highlands stehlen.

Vier arbeitslose Kids aus Glasgow wollen den wertvollsten Whisky der Welt stehlen. Hinreißendes Sozialmärchen von Ken Loach mit viel Humor, das in Form eines Heist Movie mit der sozialen Realität in England abrechnet.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Komödie "Angels´ Share" erzählt eigentlich von einem Gaunerstück, nämlich dem minutiös geplanten Diebstahl unwahrscheinlich teurer Whiskyflaschen. Aber weil der Film von Regisseur Ken Loach stammt, der als Sozialkritiker bekannt ist, handelt er auch von jungen, gesellschaftlich benachteiligten Einwohnern Schottlands. Die Hauptrolle des jungen Familienvaters Robbie, der schon wiederholt vor Gericht stand, wird von dem Laiendarsteller Paul Brannigan gespielt, einem Mann mit ähnlicher Vergangenheit, der vor dem Dreh gemeinnützige Arbeit als Fußballtrainer für gefährdete Jugendliche leistete.

    In dieser Geschichte kollidieren zwei Welten, die normalerweise nie zusammenkommen: Da ist zum einen das traditionelle, kultivierte Milieu der Whiskykenner und zum anderen die Schicht der seit Generationen Arbeitslosen in den sozialen Brennpunkten Glasgows. Sozialarbeiter Harry (John Henshaw), ein gestandener älterer Mann, dient als Bindeglied. Er stößt mit Robbie auf die Geburt seines Sohnes an, bei sich zu Hause, mit einem besonders edlen Whisky, und weiht ihn in die Kunst der Verkostung ein. Mit dem Ausflug zur Destillation erhalten Robbie und drei weitere zu gemeinnütziger Arbeit Verurteilte erstmals die Gelegenheit, in ein anderes soziales Milieu hineinzuschauen. Sie staunen nicht schlecht, was es über Whisky, seine Herstellung und Lagerung so alles zu sagen gibt, und noch mehr, dass sie bei der Führung ernst genommen und direkt angesprochen werden. Solch eine positive Aufmerksamkeit sind sie nicht gewöhnt.

    Robbie und seine drei Freunde schmuggeln sich nun in das Lager des berühmten Fasses ein und füllen sich vier Fläschchen ab, als Startkapital für eine bessere Zukunft. Nüchtern betrachtet, richtet der Diebstahl kaum einen wirklichen Schaden an. Loach macht sich dabei über den Irrsinn lustig, dass reiche Sammler aus Prestigegründen eine Million Pfund bezahlen für ein Getränk. Die Bieter können wie die allermeisten anderen Menschen außerdem kaum den angeblich edelsten vom zweitedelsten Whisky unterscheiden.

    Loach zeigt eindringlich, warum Robbie und seine Freunde auf normalem Wege kaum eine Möglichkeit hätten, aus dem Teufelskreis von Arbeitslosigkeit und Konflikten mit dem Gesetz auszusteigen. Robbie bekommt schon wegen der Narbe in seinem Gesicht keine Arbeit, und er ist in eine Familienfehde verstrickt, aus der ihn die Gegner nicht entlassen: Wenn er nicht in eine andere Stadt zieht, wird er erneut gewalttätig werden müssen, schon um seinen Sohn zu schützen. Insofern ist dieser Film ein doppelter Gewinn - er zeigt atmosphärisch überzeugend zwei verschiedene schottische Milieus und verbindet die Gaunerkomödie mit der Botschaft, genauer hinzuschauen, warum es viele benachteiligte Jugendliche so schwer haben, in die Gesellschaft hineinzufinden. Aber manchmal genügt es schon, wenn sie einem Optimisten und Menschenfreund wie Harry begegnen.

    Fazit: Ken Loachs neuer Film "Angels´ Share" verbindet auf inspirierte und erfrischende Weise sozialkritischen Realismus und Gaunerkomödie.
  • So mild kann Ken Loach sein: In seinem ersten Heist-Movie hecken vier arbeitslose Jugendliche einen Plan aus, den wertvollsten Single Malt Whisky der Welt zu stehlen.

    Schon mit “Looking for Eric” hatte Ken Loach – Gewinner der Goldenen Palme für “The Wind That Shakes the Barley” im Jahr 2006 – vor drei Jahren bewiesen, dass das soziale Anliegen des ewigen Kämpfers gegen Ungerechtigkeit nicht leiden muss, wenn er einen leichteren Ton anschlägt. Nach dem eher schwerfälligen, wenig zufriedenstellenden Politthriller “Route Irish” schlägt “The Angels’ Share” wieder in dieselbe Kerbe wie die Komödie mit Eric Cantona und zeigt Loach von seiner mildesten und versöhnlichsten Seite – als hätten es seine Helden im wahren Leben schon schwer genug, dass man sie nicht auch noch im Film verlieren lassen muss.

    Unglaublich aber wahr, der zehnte Film von Loach mit seinem bewährten Drehbuchautor Paul Laverty, ist sogar ein beschwingtes Heist-Movie geworden, in dem vier arbeitslose Jugendliche beim Ableisten ihrer Sozialarbeit anfangen, sich mit Hilfe eines verständnisvollen Sozialarbeiters für schottischen Single Malt Whisky zu begeistern. Im Mittelpunkt steht das notorische Problemkind Robbie, dessen hitziges Temperament ihm schon mehrfach zum Verhängnis geworden ist und der zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie Verantwortungsgefühl verspürt: Seine Freundin hat igerade ein Baby bekommen und drängt ihn, sein Leben zu ändern. Als sich die Konflikte für Robbie im heimischen Glasgow verschärfen, beschließt er seine Familie aus der Schusslinie zu bringen und heckt einen tollkühnen Plan aus: Mit seinen Freunden will er vier Flaschen des wertvollsten Whiskys der Welt stehlen, von dem in einer einsamen Distillerie in den Highlands ein Fass aufgetaucht ist.

    “The Angels’ Share”, wie man die wenigen Prozent eines Whiskys im Fass nennt, die automatisch durch die Fasswand verdunsten, steckt voller wahrhaftiger Figuren, deftiger Dialoge und charmanter Situationen – und ein paar der schönsten und lustigsten Oneliner, die Paul Laverty je geschrieben hat.

    Loach macht kein Hehl daraus, dass er im Grunde ein Märchen erzählt, lässt aber nie die Realität aus den Augen: In einer der intensivsten Szenen des Films wird Robbie beispielsweise mit der Familie eines Jungen konfrontiert, den er im Koksrausch krankenhausreif geprügelt hat. Und natürlich liegt ständig Bedrohung in der Luft, wie beispielsweise in “My Name Is Joe” könnte jederzeit die Handlung kippen, könnten die sympathischen Helden mit ihrem hinreißend losen Mundwerk doch noch als tragische Verlierer aus der Geschichte scheiden. Angesichts der höchsten Arbeitslosenrate in der Geschichte Großbritanniens gönnt Loach sich ein Was-wäre-wenn-Szenario: Wenn er schon nicht mehr an die glaubt, denen das Schicksal eine lange Nase dreht, wer soll es dann tun? ts.

Darsteller und Crew

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