Amistad (1997)

Amistad Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Amistad: Epische Ausarbeitung des Sklavenaufstands auf der "La Amistad" und anschließende Gerichtsverhandlung. Geschichtslektion von Steven Spielberg.

53 Westafrikanern gelingt 1839 auf dem Sklavenschiff La Amistad der erfolgreiche Aufstand. Ihr Versuch, wieder gen Heimat zu segeln, scheitert und sie landen auf amerikanischem Boden. Dort entbrennt ein bitterer Gerichtsstreit zwischen Gegnern und Anhängern der Sklaverei, der alsbald zur Farce ausartet. Es bedarf schließlich des Plädoyers des Ex-Präsidenten Adams, um den Obersten Gerichtshof zu überzeugen.

1839 vor der Küste Kubas: 53 afrikanische Sklaven bringen das Deportations-Schiff “La Amistad” unter ihre Kontrolle. Auf der Flucht werden sie von einem US-Kriegsschiff abgefangen und kurz darauf wegen Mordes vor Gericht gestellt. In den Sklaverei-Gegnern Theodore Joadson, Lewis Tappan und Roger Baldwin finden die Schwarzen drei wortgewaltige Fürsprecher. Angeführt von dem kämpferischen Cinque beginnt für die Aufständischen ein zäher Kampf gegen das amerikanische Rechtssystem…

Sklaven bringen die La Amistad in ihre Gewalt, doch statt in ihrer Heimat anden sie auf amerikanischen Boden, was einen heftigen Gerichtsstreit nach sich zieht. Bestechend fotografierter Gerichtsfilm von Steven Spielberg.

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Kritikerrezensionen

  • Wie sich die Bilder gleichen: für sein ergreifendes, direkt im Anschluß an “Jurassic Park” entstandenes Holocaust-Drama “Schindlers Liste” konnte er sieben Oscars sammeln, und nun ist Steven Spielberg mit dem ebenso eindringlichen Drama um den historischen Fall der rebellierenden Schwarzen auf dem spanischen Sklavenschiff La Amistad anno 1839 ein halbes Jahr nach “Vergessene Welt” erneut in Sachen Menschenrecht tätig. Dabei deckt er ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten auf, das den meisten Amerikanern bis dato wohl unbekannt war. Obwohl es sich um eine authentische Begebenheit handelt, erhob die afroamerikanische Autorin Barbara Chase-Ribaud gegen Dreamworks den Vorwurf des Plagiats, da das Drehbuch auf ihrem Roman “Echo of Lions” basieren soll und bescherte dem Film damit im Vorfeld nicht nur positive Publicity.

    Der mit einem Budget von 28 Mio. Dollar realisierte Geschichtsfilm nimmt seinen Ausgang mit einprägsamen Bildern, die mit ästhethischer Perfektion den blutig-gewalttriefenden Aufstand von 53 Westafrikanern auf der La Amistad zeigen. Mit Ausnahme von zwei Portugiesen bringen sie die gesamte Besatzung um und versuchen, zurück gen Heimat zu segeln. Sie landen jedoch vor der Küste Connecticuts, wo sie in Ketten gelegt und des Mordes angeklagt werden. Mehrere Parteien deklarieren die Sklaven als ihren Besitz, u.a. die beiden überlebenden Besatzungsmitglieder, Staatssekretär John Forsyth (David Paymer) im Auftrag des für seine Wiederwahl kämpfenden Präsidenten Martin Van Buren (Nigel Hawthorne) und die spanische Kindkönigin Isabella II (Anna Paquin). Die Angeklagten werden zum Spielball einer Justizfarce, als der unter Druck der einflußreichen, sklavenhaltenden Südstaaten stehende Präsident die Entscheidung für die Freilassung des niederen Gerichts überwirft und der Fall schließlich bis vor den Obersten Gerichtshof geht. Ex-Präsident John Quincy Adams (Anthony Hopkins liefert, eindrucksvoll gealtert, die flammendste Rhetorik in einer elfminütigen Rede) spielt schließlich eine entscheidende Rolle im Ausgang der Geschehnisse.

    Für die Verteidung der Afrikaner setzen sich die Abolotionisten Theodore Joadson (ein leider extrem unterbeschäftigter Morgan Freeman) und Lewis Tappan (Stellan Skarsgard) ein, die den jungen Anwalt Robert Baldwin (Matthew McConaugheys manierierte Präsenz wirkt ein wenig anachronistisch) verplichten. Unbestrittener Mittelpunkt der Geschehnisse ist der afrikanische Anführer Cinque, der von dem ehemaligen westafrikanischen Model Djimon Hounsou in einer Oscar-reifen Darstellung voller Charisma zum Leben erweckt wird. Ohne viele Worte (nur ein Teil seiner Äußerungen im Mende-Dialekt werden in Untertiteln übersetzt) strahlt er unbeugsamen Stolz aus, der ihn geradezu unantastbar erscheinen läßt. Sein in gebrochenem Englisch vorgetragenes Verlangen nach Freiheit ist einer der emotionalen Höhepunkte des Films. Durch in warmen, leuchtenden Farben aufgenommene Rückblenden werden die Erinnerungen an seine Familie und seine Verschleppung in das berüchtigte Sklavenfort Lomboko gezeigt. Ansonsten dominieren bei der superben Kameraarbeit von Janusz Kaminski kalte, verwaschene Farben. Der typische Spielberg-Touch mit gewissen gefühlvollen und religiösen Elementen verbunden mit bombastischem Score fehlt natürlich nicht. So gelingt es ihm beispielsweise, in Form von Bibelbildern eine Kurzversion von Jesus’ Leben einzuweben und eine Parallele zur Existenz der Sklaven zu ziehen. Die himmelschreienden Mißhandlungen, die den Afrikanern widerfuhren, werden von Spielberg eher knapp, dafür aber umso mitnehmender skizziert. Der Regisseur, der sich bereits in “Die Farbe Lila” mit der Unmenschlichkeit des Rassismus beschäftigte, versucht hier voller Ernsthaftigkeit, wenn auch streckenweise ein wenig langwierig, einen wichtigen Teil amerikanischer Geschichte, der in den blutigen Bürgerkrieg mündete, zurück ins allgemeine Bewußtsein zu bringen. Ein weitgehend gelungenes Unterfangen, das Spielberg seinen beiden afroamerikanischen Adoptivkindern als symbolisches Geschenk vermacht. ara.

Darsteller und Crew

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