Am Sonntag bist du tot (2014)

Originaltitel: Calvary
Am Sonntag bist du tot Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Am Sonntag bist du tot: Schwarzhumorige Tragikomödie um einen Priester, dem bei der Beichte sein Tod vorhergesagt wird. Vom Regisseur von "The Guard" und dessen Hauptdarsteller.

In einer kleinen irischen Gemeinde hat sich Pater James Lavelle (Brendan Gleeson) einer Aufgabe verpflichtet: seinen Gemeindemitgliedern das Leben zu erleichtern und sie von ihren Sünden zu befreien. Als er eines Tages im Beichtstuhl sitzt, um wieder einer verlorenen Seele zu helfen, droht ihm sein Gegenüber an, ihn in sieben Tagen, also an einem Sonntag, umzubringen. Pater James macht sich gar nicht die Mühe, der Person hinterherzurennen, denn er weiß schon ziemlich genau, wer ihm da an den Kragen will. Vielmehr löst das Ereignis bei Pater James einen Denkprozess aus, über dessen Ergebnis er sich selbst noch nicht im Klaren ist. Ist er in der Gemeinde überhaupt akzeptiert? Hat er die Todesdrohung vielleicht sogar verdient? Pater James verliert den Glauben an das Gute im Menschen und so beginnt er, den schwarzen Schafen der Gemeinde die Meinung zu geigen. Das kommt dort jedoch überhaupt nicht gut an...

Nach \”The Guard – Ein Ire sieht schwarz\”, für welchen Brendan Gleeson für einen Golden Globe nominiert wurde, ist \”Am Sonntag bist du tot\” die zweite Zusammenarbeit des Schauspielers mit dem irischen Regisseur John Michael McDonagh. Es ist der erste dritte Film des Regisseurs, dessen Werke sich jedoch großer Beliebtheit erfreuen. Sein Bruder, Martin McDonagh, ist ebenfalls als Filmemacher tätig und hat ebenfalls erst drei Werke gedreht, darunter \”Brügge sehen... und sterben?\” und \”7 Psychos\”. Neben Brendan Gleeson sind auch Kelly Reilly (\”Sherlock Holmes 2: Spiel im Schatten\”), Aidan Gillen (\”Game of Thrones\”) und Domhnall Gleeson (\”Star Wars 7\”), Sohn von Brendan Gleeson, mit von der Partie.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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    Die Worte sind klar und eindeutig: \"Am Sonntag bist du tot!\" Dann nämlich will ein Beichtender den Priester Lavelle töten. Nicht aus persönlichem Hass. Denn Lavelle hat niemandem etwas getan. Er ist unschuldig. Doch er soll stellvertretend für einen anderen katholischen Priester sterben, der dem Beichtenden früher Schlimmes angetan hat, Er gibt Lavelle die Anweisung, in den kommenden sieben Tagen seine Angelegenheiten zu regeln. Um sich dann dem Unausweichlichen zu stellen. Der neue Film von John Michael McDonagh begleitet die Figur des Priesters innerhalb dieser sieben Tage und entwirft mit seinem großen Ensemble ein Panoptikum an verschiedenen verschrobenen Charakteren, die das kleine irische Dorf bevölkern. Jede Unterhaltung, die Lavelle führt, offenbart dabei die tiefe zynische und resignierte Haltung, die jeder Einzelne gegenüber Gott, der Kirche und dem Glauben einnimmt. Da ist Lavelles Tochter, die ihn nach einem Selbstmordversuch besucht und nicht mehr an die Liebe oder die Schönheit des Lebens glauben kann. Da ist der Arzt, den sein Beruf hat abstumpfen lassen. Und der Pub-Besitzer, der aufgrund der Wirtschaftslage seine Existenz verliert und nicht mehr daran glaubt, dass irgendwann Besserung eintritt. Brendan Gleeson ist als kantiger eigenbrötlerischer Priester Lavelle die Idealbesetzung. Wie ein Fels in der Brandung marschiert er durch das Dorf, sieht sich dem Zynismus der Bewohner ausgesetzt und wird immer mehr das Opfer gezielter Grausamkeiten gegen sich und die Kirche. Doch stoisch stellt er sich bis zum Schluss jeder Debatte über Gott und das Schicksal. Sämtliche Darsteller überzeugen in ihren Rollen, ihre Geschichten stehen symbolhaft für eine Gesellschaft, in der Resignation die Hoffnung abgelöst hat. Der Film selbst ist ruhig und mit unterschwelligem schwarzem Humor erzählt. In den Bildern der irischen Küstenlandschaft und der begleitenden Musik liegt eine unbändige dramatische Wucht, die sich mit Eindruck auf den Zuschauer überträgt und auf der großen Kinoleinwand ihre ganze Kraft entfaltet. Ein unglaublicher und überwältigender Film! Jurybegründung: Irland, die Küste von Sligo - ein Landstrich, der gemeinhin in der Tourismuswerbung für Idylle und Harmonie steht. Jedoch schon im unglaublich eindringlichen Prolog erfährt der Zuschauer, dass diese heile Welt vor allem für den allseits beliebten Pfarrer Lavelle in wenigen Tagen ein Ende finden wird. Im Rahmen der Beichte erhält er eine Morddrohung als willkürliches Opfer, das stellvertretend für alle jenen unschuldigen, von irischen Pfarrern missbrauchten Kindern, büßen soll. Statt in Panik zu geraten, lässt Pfarrer Lavelle die Morddrohung erst einmal sacken und die Zuschauer werden nicht zu einer wilden Verbrecherjagd oder einem verzwickten Who-Dunnit-Spiel eingeladen, sondern auf eine lakonische Reise durch das örtliche Panoptikum verschrobener Menschen. Die heile Welt gerät immer mehr ins Wanken, immer weitere Fassaden bröckeln oder werden gleich ganz nieder gerissen. In wunderschönen Bildern wird dies alles eingefangen, die Geschichten rund um den Pfarrer verdichtet ein kluges, pointiertes Drehbuch und dank einer geschickten Dramaturgie wird der Zuschauer unmerklich immer weiter in die Geschehnisse und kleinen und großen Geheimnisse mit hinein gezogen. Zynismus wird hier zum entlarvenden Stilmittel, gepaart mit stets aufblitzendem feinem schwarzen Humor. AM SONNTAG BIST DU TOT ist ein weiteres cineastisches Meisterwerk aus Irland, handwerklich perfekt umgesetzt und bis in die kleinsten Nebenrollen mit einem solch exzellenten Cast besetzt, dass es eine Freude ist, der Hauptfigur und dem ihm umgebenden Ensemble bis zum bitteren Ende mit Spannung und Freude zu folgen. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Die katholische Kirche steht bei der irischen Landbevölkerung in dem bitterbösen Drama "Am Sonntag bist du tot" längst nicht mehr hoch im Kurs. Daran sind die vielen Fälle von Macht- und sexuellem Missbrauch schuld, aber auch die Religionsferne der Menschen. Ein Dorfpriester, der seinen Beruf gewissenhaft ausübt, bekommt den Zynismus und die Skepsis der Bewohner deutlich zu spüren. Einer trachtet ihm sogar nach dem Leben. Das Rätselraten um diese Person verleiht der mit rabenschwarzen Dialogen unterlegten Geschichte die Spannung eines klassischen Krimis im Stil von Agatha Christie. Regisseur und Drehbuchautor John Michael McDonagh ("The Guard – Ein Ire sieht schwarz") unterzieht den Gutmenschen James Lavelle mit grimmigem Humor sozusagen einer Glaubensprüfung auf Leben und Tod.

    James wirkt nicht nur wegen seiner imposanten Statur in seiner Gemeinde wie ein Fels in der Brandung. Der Mann ist moralisch über jeden Zweifel erhaben und findet stets die richtigen Worte, um seinen Schäfchen beizustehen. Selbst vor schweren Fällen wie einem reichen Mann, der seine Lebensunlust in Alkohol ertränkt, und einem Serienkiller im Gefängnis drückt er sich nicht. Aber kaum jemand dankt ihm diesen Einsatz, den er auch in der vielleicht letzten Woche seines Lebens zeigt. Ein zynischer Arzt (Aidan Gillen) ist mit seinen bösen Sprüchen nicht der einzige, der James die Laune zunehmend vergällt. Da gibt es auch zum Beispiel den Vorfall mit dem kleinen Mädchen, das er ein Stück begleitet und dessen Vater ihm deswegen wütend pädophile Motive unterstellt. Je näher der ominöse Sonntag rückt, desto steiniger fällt der furiose Parcours von James´ Versuchung aus.

    Brendan Gleeson spielt den ruppigen Pfarrer unvergesslich. Es liegt vor allem an ihm, dass es dem Film gelingt, in der Person des James allen Priestern ein Denkmal zu setzen, die ihr Leben ganz in den Dienst ihrer Gemeinde stellten oder es weiterhin tun. Und die nichts dafür können, dass die katholische Kirche so viel Vertrauen eingebüßt hat.

    Fazit: Rabenschwarze Dialoge und ein hervorragender Brendan Gleeson in der Rolle eines guten Priesters sorgen dafür, dass das bitterböse irische Krimi-Drama "Am Sonntag bist du tot" unter die Haut geht.
  • In ihrer zweiten Zusammenarbeit nach dem Cop-Thriller “The Guard”, schaffen Regisseur John Michael McDonagh und Hauptdarsteller Brendan Gleeson ein makelloses Meisterwerk, das den schwarzen Humor des Vorgängers um die philosophische Note einer intellektuellen und emotionalen Tragödie erweitert und sich von der sarkastischen Dorfkomödie zum dichten und spannender als Krimis zu lesenden Kreuzweg (der Originaltitel, der das biblische Golgatha meint) entwickelt. Das lose an Bressons “Tagebuch eines Landpfarrers” angelehnte Drama kreist um Dorfpfarrer Lavelle, den Gleeson (“Brügge sehen…und sterben?”) mit schlohweißem Bart als monumentalen Seelsorger verkörpert. Dem wunderbaren irischen Charakterkopf kündigt im Beichtstuhl ein Unbekannter, der jahrelang von einem Priester missbraucht wurde, an, er werde ihn nach Ablauf einer Woche am Strand töten, obwohl Lavelle unschuldig und der Täter von damals längst tot sei. Er werde ein Zeichen setzen. Lavelle muss in sieben Tagen “Haus und Hof” bestellen, ans Beichtgeheimnis gebunden herausfinden, wer sein zukünftiger Mörder ist und mit sich und der Gemeinde ins Reine kommen.

    In dieser Zeit erfährt der integere, gutherzige und durch Lebenserfahrung geprägte weise und im Glauben verwurzelte Gottesmann, wie es in der Gemeinde aussieht und durchlebt körperliche, seelische und spirituelle Prüfungen, wie man sie im modernen Kino noch nie mit solcher Wucht erfahren hat, selbst von Scorsese oder Haneke nicht. Lavelle setzt sich mit seiner Tochter, die einen Selbstmordversuch hinter sich hat, auseinander und begegnet, während die Uhr tickt, den Dörflern, darunter dem Schlachter, dem Großgrundbesitzer, dem Polizeiinspektor, einem alten Schriftsteller und – von Gleesons Sohn Domhnall gespielt – im Gefängnis einem jungen Mörder. Alle sind sie Beispiele für Menschen, die in der von Gottlosigkeit und Zynismus geprägten Welt mit Glauben, guten Werken und Reue nichts anfangen können und sogar die Kirche in Brand setzen. Kameramann Larry Smith hat für Lavelles Wanderungen atemberaubende Panoramabilder in Breitwand aufgenommen, in denen die Natur eine spirituelle Dimension erfährt. Und Gleeson wäre nicht der irische Bär, wenn es nicht eine Szene gäbe, in der er sich im Pub volllaufen lässt und während der Diskussion über das sechste Gebot (“Du sollst nicht töten”) einen Streit vom Zaun bricht. ger.

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