Am Himmel der Tag (2012)

Am Himmel der Tag Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Am Himmel der Tag: Erst lockeres, dann beklemmendes Drama um eine ungewollt schwangere Partymaus, die eine Totgeburt erleidet.

Lara studiert ihren Eltern zu Liebe ohne sonderliches Interesse Architektur und verbringt ihre Zeit lieber beim Abfeiern mit ihrer WG-Mitbewohnerin und besten Freundin Nora. Doch auch darin findet die Sinnsuchende keine Erfüllung mehr und sehnt sich nach einem Wandel. Der kommt unverhofft, als sie ungewollt schwanger wird und das Kind austragen will, um erstmalig etwas richtig zu machen. Während Nora ihre Karriere plant, entfremdet die kommende Mutterrolle Lara von ihr. Als ihr Baby im sechsten Monat stirbt, bricht sie psychisch zusammen.

Gelangweilt vom ewigen Partyleben, will eine junge Studentin nach einer ungewollten Schwangerschaft ihr Baby austragen. Zunehmend beklemmendes Drama von Pola Beck mit einer beeindruckenden Aylin Tezel (“Almanya”).

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Kritikerrezensionen

  • In ihrem ersten Langspielfilm "Am Himmel der Tag" widmet sich Regisseurin Pola Beck einem Thema, das ihre eigene Generation betrifft und von älteren Semestern auch als Luxusproblem verunglimpft werden könnte: Die Studentinnen Lara und Nora können sich vor lauter Möglichkeiten nicht entscheiden, welchen Weg sie im Leben einschlagen wollen. Eine ungeplante Schwangerschaft wird für Lara zum Katalysator dafür, aus dem Zustand der Verpuppung herauszutreten. Für Becks Abschlussfilm an der HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg schrieb ihr Studienkollege Burkhardt Wunderlich das Drehbuch.

    Am Anfang des Films "Am Himmel der Tag" hält Lara auf einer Wiese ein Baby im Arm. Es gehört einer fremden Frau, die mal eben im See schwimmen wollte und sie gebeten hat, auf ihr Kind aufzupassen. Lara macht Fotos von Mutter und Kind, in erster Linie, weil sie gerne fotografiert. Aber vielleicht spielt sie auch ein bisschen mit dem Gedanken, wie das so wäre, Mutter zu sein. Einen anderen Lebensmittelpunkt zu haben als das ungeliebte Architekturstudium. Nachts trifft sie in der Disco ihren Dozenten von der Uni, aber ihre beste Freundin Nora verschwindet mit dem Mann. Lara, nicht mehr nüchtern, tröstet sich mit dem Barkeeper. Es sind also lauter Zufälle, die Laras Weg in die Schwangerschaft markieren.

    Die flippige Nora freut sich: „Wie geil ist das denn?“ Lara antwortet: „Ich möchte einfach mal was richtig machen.“ Das werdende Leben auf dem Ultraschallmonitor ist etwas, das sie fortan von der dominanten Nora unterscheidet. Lara muss ihr nicht mehr nachlaufen und auch ihrer fordernden Mutter nicht mehr erklären, warum sie sich nicht um ein Praktikum bei einem renommierten Architekturbüro bemüht. Ja, sie muss auch nicht wirklich Halt bei einem Partner suchen – den Barkeeper befragt sie nur hinsichtlich Erbkrankheiten in seiner Familie. Die Schwangerschaft gibt der sensiblen jungen Frau den Mut, sich ihrer Einsamkeit zu stellen und sich einzurichten, auch wenn das zunächst nur den Kauf eines Kinderbettchens bedeutet. Die eigentliche innere Emanzipation verläuft dann viel krisenhafter: Nach dem Tod ihres ungeborenen Kindes versteckt sich Lara in ihrer Wohnung, statt ins Krankenhaus zu gehen, um den Abgang einzuleiten. Das feinfühlige Schauspiel von Aylin Tezel hat seinen Höhepunkt, als Lara schließlich ihr totes kleines Baby im Arm hält.

    Trotz dieser starken Szene wirkt die lange, ausführliche Trauer um das ungeborene Kind nicht ganz nachvollziehbar. Denn Lara bleibt als Mensch ziemlich konturlos, die Geschichte begnügt sich mit dem Porträt einer Situation. Auch sonst würde sich ein solcher Schicksalsschlag nicht unbedingt für ein großes Drama eignen, nach dem es der Film stellenweise aussehen lässt. Denn dafür gehört er zu sehr zum allgemeinen Lebensrisiko. Aber als Folie für das Coming-of-Age einer modernen, äußerlich freien und innerlich verängstigten jungen Frau wirkt die Handlung wie aus dem Leben gegriffen. Jeder der Protagonisten tastet unsicher die eigenen Möglichkeiten und Grenzen ab. Stark und schwach zugleich wirkt dieses filmische Experiment.

    Bemerkenswert ist das Schauspiel von Henrike von Kuick, die nicht nur äußerlich an Kirsten Dunst erinnert und Nora eine vulkanische Egozentrik verleiht. Die Kamera sucht oft Bildausschnitte, die wenig Orientierung bieten, Hände, Konturen in Bewegung. Es gibt kurze Szenenwechsel, die sich als Rückblenden herausstellen, sobald die unterbrochene Handlung wieder aufgenommen wird, aber wenig Aussagekraft besitzen. Die Regisseurin erklärt im Presseheft ihre Absicht, den Zuschauer in die Interpretation offen gelassener Aspekte einzubinden, um den Film „reicher, nachhaltiger und vieldeutiger“ zu machen. Vorsicht, möchte man da antworten, auch Lara musste ja lernen, die Unschlüssigkeit allein zu bewältigen.

    Fazit: Wie seine Hauptfigur, eine ungeplant schwangere Studentin, experimentiert der Hochschul-Abschlussfilm "Am Himmel der Tag" stark und schwach zugleich mit offenen Fragen.
  • Erst lockeres, dann beklemmendes Drama um eine ungewollt schwangere Partymaus, die eine Totgeburt erleidet.

    Der Abschlussfilm der HFF-Absolventin Pola Beck erzählt von der Sinnsuche einer unreifen Generation im Partymodus, erhält eine ernste Wende durch den Entschluss, ein Kind auszutragen und wandelt sich zur bestürzenden Tragödie über selbstzerstörerische Trauer. Mag das Schicksal auch schwer zuschlagen und die Protagonistin Lara (spröde: Aylin Tezel aus “Almanya” mit respektabler Leistung) eine Lebenserfahrung durchmachen, die man niemandem wünscht, am Ende stehen Selbstfindung und Neuanfang.

    Mit einer an die Nouvelle Vague erinnernden Kamera, die die mangelnde Übersicht und Orientierungslosigkeit des Mädchen-Duos ganz ohne Tiefenschärfe versinnbildlicht, sammelt Beck Impressionen aus dem Studentenleben der 25-jährigen Lara und ihrer besten Freundin Nora (Henrike von Kuick). Sie tanzen durch Technoclubs und interessieren sich wenig für ihr Architekturstudium. Lara ahnt, dass ihr oberflächliches Leben ein falsches ist, WG-Mitbewohnerin Nora gefällt das verantwortungslose Spaßdasein hingegen. Es dauert, bis sich daraus eine Geschichte schält (Drehbuch: Burkhardt Wunderlich, der den Krebsroman “Durchgekommen” verfasste). Die kindliche Lara will erwachsen werden und glaubt, das gelänge ihr, indem sie das Kind austrägt, mit dem sie ungewollt in der fünften Woche schwanger ist. Den netten Erzeuger weist sie brüsk zurück und bereitet sich auf ihre Solo-Mutterrolle vor. Bis ihr Kind im sechsten Monat stirbt und Lara es im Schockzustand Tage lang nicht wahrhaben will.

    Mögen die Nebenfiguren eindimensional bleiben und die Protagonistin keine eindeutige Sympathieträgerin sein, Beck geht das Tabu-Thema furchtlos an. Und wie Lara in ihrem Verzweiflungszustand durchs soziale Raster fällt und in selbstgewählter Isolation einem Todestrieb folgt, ist verstörend intensiv.

    Dass weder die zerstrittenen Eltern noch die sogenannte beste Freundin ihren lebensgefährliche Situation bemerken, ist eine erschreckende Analyse über das nur vordergründig gesellige Leben dieser Großstadt-Generation. Die stilistisch interessante Befindlichkeitsstudie bleibt nicht in Depression stecken. Am Schluss werden die Scherben, die Lara zerschlagen hat, wieder zusammengekehrt. tk.

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