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Altiplano (2009)

Altiplano Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Altiplano: Bildgewaltiges Drama um zwei Frauen, die auf unterschiedliche Weise um ihren Mann trauern.

Kriegsfotografin Grace hat im Irak aus nächster Nähe die Exekution ihres Führers miterlebt und sucht bei ihrem Mann, dem Arzt Max, Trost. Max muss jedoch bald nach Turumpampa, aufbrechen, einem Anden-Dorf, wo etliche Einwohner Quecksilbervergiftungen aus einer Goldmine zum Opfer fallen. Die verzweifelten Menschen machen die Ärzte für ihre Misere verantwortlich und töten Max. Grace reist in den Ort auf dem peruanischen Hochplateau, um sich selbst ein Bild zu machen.

Kriegsfotografin wird erst im Irak und dann im Andenhochland Zeugin tragischer Ereignisse. Peter Brosens und Jessica Woodworths (“Khadak”) zweiter Spielfilm erzählt mit Jasmin Tabatabai eine mystisch angehauchte Geschichte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit einer missglückten Hochzeitszeremonie in einem peruanischen Dorf, bei der eine Madonnenstatur zerbricht, beginnt der zweite Spielfilm des Regieduos Jessica Woodworth und Peter Brosens („Khadak“), was nicht nur zum Abbruch der Feierlichkeiten führt. Zuerst sieht die streng gläubige Bevölkerung darin den Auslöser für zahlreiche Erkrankungen mit Todesfolge, doch gleichzeitig entdecken spielende Kinder eine silbern glitzernde Pfütze als Vorbote unheilvoller Ereignisse. Pausenlos donnern Lastwagen über die staubigen Bergstraßen als bedrohlicher Zivilisationseinbruch ins archaische Refugium der Peruaner. Später stellt sich heraus, dass Minensprengungen für die Freisetzung von Quecksilber verantwortlich waren. Die atemberaubenden Naturschönheit birgt unsichtbare Gefahren, deren Ursachen für die Dorfbewohner unbegreiflich sind und denen sie ohnmächtig gegenüber stehen.

    Zwischen Ausbeutung von Bodenschätzen, kultureller Differenzen und der Spiegelung weiblicher Traumata birgt die Handlung durchaus einige Brisanz, die sich im Mittelteil allmählich heraus schält. Hier stellen Woodworth und Brosens ihre beiden leidenden Protagonistinnen gegenüber, die auf ähnliche Schicksalsschläge mit unterschiedlichen Mitteln reagieren und Verantwortung beweisen. Kameramann Francisco Gózon hält es in wunderbaren, lyrischen Bildkompositionen fest, die durch Farben und Formen sowie einem meditativen, tradionell geprägten Score eine entrückte Stimmung erzeugen.

    Allerdings wird nach all den poetischen Impressionen bald deutlich, dass die Handlungsfäden des verschlungenen Plots letztlich ins Nichts laufen und die Autoren an keiner entgültigen Resolution interessiert sind. Gerade in den letzten Momenten will die spirituelle Geschichte kein Ende nehmen, so dass der Betrachter den stilisieren Einstellungen irgendwann reserviert gegenüber steht.

    Ein Wort noch zur Synchronisation: Abgesehen davon, dass Woodworth & Brosens stärker auf die Kraft der Bilder setzen, sollte man multilinguale Filme eigentlich gar nicht synchronisieren, doch da hier Fernsehgelder involviert sind, benötigte man wohl eine sendefähige Fassung. Jetzt redet die Bevölkerung teilweise deutsch, teilweise in untertitelter Originalsprache. Ein klares Konzept ist nicht erkennbar. Daher kann am Ende sogar die Belgierin die entdeckte Videobotschaft der Peruanerin auf der Kamera ihres Mannes problemlos verstehen: Man spricht deutsch, auch global.

    Fazit: Bildgewaltige, zu symbolhaft-überladene Parabel über Lateinamerikas Ausbeutung und die Verantwortung Einzelner.
  • Jasmin Tabatabai erlebt die Tragödie der Anden-Indios als bildgewaltiges, mystisch entrücktes Requiem von Trauer und Erlösung.

    “Khadak”, der letzte Film des Regie-Duos Peter Brosens und Jessica Woodworth, führte in die Mongolei, dieser nach Altiplano, ein entlegenes Hochland der peruanischen Anden. Wieder ist es eine meditativ-spirituelle Reise geworden und mehr: berückende und entrückte Filmkunst zum Genießen.

    Zwei Handlungsstränge entfalten sich parallel, verknüpfen das Schicksal zweier Frauen, die nach traumatischen Verlusten ihrer Trauer unterschiedlichen Ausdruck verleihen. Jasmin Tabatabai hat als Kriegsfotografin Grace im Irak aus nächster Nähe die Exekution ihres ortskundigen Führers erleben müssen, sucht verstört bei ihrem Mann, dem Arzt Max (Olivier Gourmet), in Belgien Trost. Dieser reist zu einem Arbeitseinsatz nach Turumpampa, einem Anden-Dorf, wo Quecksilber aus Goldminen die Einwohner vergiftet. Unter den Opfern ist auch Ignatio, der Verlobte von Saturnina (Magaly Solier), die, als Proteste ihres Dorfes von Soldaten niedergeschlagen werden, ein radikales Opfer bringt. Als aufgebrachte Einwohner, die die hilflosen Ärzte für ihre Misere verantwortlich machen, Max töten, reist Grace an den Ort und findet die Tragödie eines ganzen Volkes vor.

    Für fast alles, was geschieht, gibt es natürliche Ursachen – etwa die Ausbeutung der Minen durch die Gringos und Erblindungen durch das giftige Quecksilber – , aber Brosens und Woodworth verhüllen sie, setzten auf das Rätselhafte, auf Symbole, die den berauschend schönen Film der Realität entrücken, ohne ihre bittere Tragik zu verleugnen. Die schroffe, weite Natur bildet, aufgenommen in langsamen Kamerabewegungen, zusammen mit der sparsam eingesetzten, sakralen Musik den Hintergrund für eine Elegie, die katholischen Marienglaube und Naturreligion zu einer cineastischen Prozession verbindet, an der man sich kaum satt sehen kann. Wenn zu Beginn mit der Marienstatue die Hoffnung zerbricht, schwebt über den Menschen ein böses Omen, das erst durch das schockierende Opfer Saturninas, der Hüterin der Jungfrau, gebannt wird. Die Meditation über Trauer, die in Hoffnung mündet, nimmt Anleihen beim magischen Realismus, entwickelt aber ihre ganz eigene ästhetische Richtung: ein berauschendes Oratorium, versehen mit der Kraft eines mystischen Erlebnisses. tk.

Darsteller und Crew

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