Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika (2009)

Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika: Geradlinig erzähltes Biopic über Albert Schweitzer von den Produzenten von "Bonhoeffer" und "Luther", das sich auf die Jahre 1949 bis 1954 konzentriert.

Seine Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben hat das Allroundtalent Albert Schweitzer 1949 zu einer Berühmtheit gemacht. In den USA sammelt er für seine Leprastation in Gabun. Sympathie und Gelder sind ihm sicher. Bis die Stimmung kippt, als seine Freundschaft zu Albert Einstein bekannt wird, der gemeinsam mit Robert Oppenheimer vor den Gefahren der Atomkraft warnt. Schweitzer gerät ins Visier von Kommunistenjäger McCarthy, der Geheimdienst bespitzelt ihn. Sein Lebenswerk steht auf dem Spiel.

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Kritiken und Bewertungen

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    Es ist das Jahr 1949. Der beliebte und angesehene Theologe, Organist, Philosoph und Arzt Albert Schweitzer vertritt seine Lehre der "Ehrfurcht vor dem Leben" durch die Arbeit in seinem selbständig gegründeten Krankenhaus in Afrika. Trotz seines internationalen Renommees gerät er jedoch ins Feuer der Kritik und so wird der Weg bis zum Friedensnobelpreis (1952) nicht nur politisch durch Anfeindungen wegen Schweitzers Kontakten zu angeblichen Kommunisten erschwert. Auch der Zusammenhalt der Familie, sowie seiner Freunde und Kollegen wird durch seine selbstauferlegte Mission auf die Probe gestellt. Dieser biografische Film zeigt den charismatischen Humanisten in all seinen, manchmal auch zwiespältigen, Facetten. Eine gelungene Annäherung an einen großen Menschen dieses Jahrhunderts.

    Jurybegründung:

    'Ehrfurcht vor dem Leben' war die Philosophie Albert Schweitzers, einem der großen Humanisten des 20. Jahrhunderts. Als Theologe und Philosoph, als Autor und gefeierter Bach-Interpret an der Orgel wurde Schweitzer bekannt. Berühmt wurde er aber durch seinen jahrzehntelangen Einsatz als Arzt für das Urwaldkrankenhaus Lambaréné im afrikanischen Gabun.

    Nach der vielfach ausgezeichneten Schweitzer-Biografie von James Brabazon entstand ein authentisches Porträt des großen Menschenfreundes. So präsentiert sich facettenreich und sehr vielschichtig der Mensch Schweitzer. Eine Persönlichkeit, die sich nach seinem Lebensmotto für alle Menschen dieser Erde einsetzte, aber auch durchaus patriarchalische Züge zeigte. So mussten seine Ehefrau Helene wie auch die Tochter Rhena an privaten Bedürfnissen zurückstecken und auch seine Kollegen im Krankenhaus von Lambaréné hatten den einen oder anderen Konflikt mit ihm auszufechten. Sein weltweiter Kampf zur finanziellen Unterstützung Lambarénés brachte ihm große Hilfe und Anerkennung. Sein Engagement, auf die Bedrohung der Welt durch Atom- und Wasserstoffbomben hinzuweisen - hierin unterstützte er seine Freunde Albert Einstein und Oppenheimer - brachten ihm auch Feinde ein, aber letztlich doch auch den Friedensnobelpreis.

    Jeroen Krabbé spielt Albert Schweitzer als mutigen Kämpfer, gebrochenen Helden, aber auch selbstgefälligen Menschen sehr routiniert. Noch viel überzeugender in ihren aufopfernden Rollen an seiner Seite sind aber Barbara Hershey als seine Frau Helene und Jeanette Hain als Tochter Rhena.

    Der Film ist gut fotografiert mit vielen malerischen Totalen von Fluss- und Dschungellandschaften. Insgesamt ein sehr ehrenwertes, nicht überfrachtetes, konventionell inszeniertes Epos um eine der großen Persönlichkeiten der Weltgeschichte.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Wahrscheinlich verging seit Menschengedenken kein Tag an dem weltweit Frieden herrschte. Albert Schweitzer bekam beide großen Weltkriege mit, den 1. und den 2. Zeitlebens setzte er sich für den Frieden und das Mitgefühl für alle Lebewesen ein. „Was auch immer ein Mensch an Gutem in die Welt hinaus gibt, geht nicht verloren“, so Schweitzer.

    In Zeiten, wo Europa wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt ist, kommt ein Film über eine Symbolfigur des Friedens gerade recht. Schweitzer war ein Pazifist, er setzte sich gegen Atombomben ein, was ihm große Probleme beschert hat. Hiroshima hatte 1945 erst eindrücklich gezeigt, was für ein Elend diese Bombe über die Menschen und ihre Umwelt bringen kann.

    Schweitzer war nicht nur Mediziner, dafür ist er wohl am meisten bekannt. Er war auch Theologe, Philosoph, Orgelspieler und Musikwissenschaftler. Als Philosoph und Theologe entwickelte er die „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“, nach deren Maxime er selber auch lebte.

    Gavin Millars Film verfällt aber nicht in eine kritiklose Lobpreisung dieses großen Mannes. Er zeigt ihn mit Ecken und Kanten. Als Patriarchen, der sich ungern etwas von jemandem sagen lässt. Es wird auch nicht ausgespart, wie er zugunsten der Ärmsten der Armen seine Familie vernachlässigte. Seine kleinen Eitelkeiten werden als allzu menschlich gezeigt, aber all das lässt seine Menschlichkeit - besonders heute wo das Wort „Gutmensch“ ein „G’schmäckle“ hat - noch reiner erscheinen. Genau diese Ausgewogenheit in der Darstellung macht diesen Film glaubhaft und trotzdem würdigt sie Schweitzers Werk und das seiner Mitarbeiter.

    Im Zentrum des Films steht ein kleiner Krimiplot der den Film von einer reinen personenbezogenen Biografie abhebt. Natürlich ist das nicht erfunden, das Leben hat hier wieder das beste Drehbuch geschrieben. Der amerikanische Geheimdienst setzt einen Mann auf Schweitzer an der sich mit der Gabuner Übergangsregierung verbünden soll, um die Krankenstation zu boykottieren. Die Interessen der Saboteure sind unterschiedlicher Art, die Afrikaner wollen keinen Fremden im Land, der ihre eigenen Leute rettet und die Amerikaner wollen einen angeblichen Kommunisten ruhig stellen.

    Schweitzer selbst hielt sich aber nicht an so Dingen wie Weltanschauungen auf, für ihn zählte der Dienst an allen Lebewesen. Aber „Wer sich vornimmt, Gutes zu wirken, darf nicht erwarten, dass die Menschen ihm deswegen Steine aus dem Weg räumen“, sagte er. In seinem Leben hatte er einige aus dem Weg zu räumen.

    Dem Film gelingt es sowohl etwas über Schweitzers Leben, seine Arbeit als auch die Ära rund um die 50er Jahre zu erzählen. Sehenswert!

    Fazit: Eindrücklicher und spannender Film über das Leben des großen Mannes Albert Schweitzer der im afrikanischen Urwald eine Krankenstation aufbaute und sich für den weltweiten Frieden einsetzte.
  • Mit Hilfe schöner Bilder erzählt Gavin Millar geradlinig von Schlüsselmomenten im Leben des titelgebenden Humanisten.

    “Ehrfurcht vor dem Leben”, so lautete die Lebensmaxime Albert Schweitzers. Philosoph war er, Theologe, Orgelvirtuose, Autor eines Standardwerks über Johann Sebastian Bach, Arzt und Gründer des legendären Urwaldhospitals Lambaréné. 1913 hatte er im Herzen Gabuns sein erstes Krankenhaus gegründet und war damit gescheitert. 1949, hier setzt “Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika” ein, ist er dabei, eine Leprastation zu errichten. Schweitzer und seine Frau reisen in die Vereinigten Staaten, um mit Konzerten und Vorträgen Spenden für die Dschungelstation zu sammeln. Die Gelder fließen – bis seine Freundschaft mit Albert Einstein (kurios: Armin Rohde) publik wird. Der warnt zusammen mit Physiker Robert Oppenheimer vor den Gefahren der Atomkraft, was ihn ins Visier des Kommunistenjägers Joseph McCarthy bringt. So ist plötzlich auch Schweitzer persona non grata. Der CIA bespitzelt ihn, seinem Lebenswerk droht die Schließung, Sabotageakte gefährden die Krankenversorgung. Der “unpolitische” Menschenfreund muss Stellung beziehen.

    Nach James Brabazons Schweitzer-Biographie und eigenem Drehbuch (zusammen mit David Howard) hat Gavin Millar (“Danny – Der Champion”) sich an einem “authentischen” Porträt des Humanisten versucht. Brav, zu brav vielleicht, nähert er sich Schweitzer an, der mit dem auffällig “schauspielernden” Jeroen Krabbé nicht unbedingt ideal besetzt ist. Dennoch erkennt man, welche Fallhöhen diesen Mann ausmachten, Gutmensch auf der einen Seite, Arbeitstier, Dickkopf und Despot auf der anderen, oft hart und unnachgiebig, sowohl gegenüber den Mitarbeitern als auch der Familie. Dabei sind es primär die Frauen, die ihn “definieren”, die aufopfernde Helene (einfühlsam: Barbara Hershey), die vernachlässigte Tochter Rhena (glaubwürdig: Jeanette Hain) und die Fotografin Thérèse Bourdin (Judith Godrèche), deren “Blick” über weite Strecken die Erzählperspektive bestimmt.

    In Kapstadt und Port St. Johns entstand diese deutsch-südafrikanische Koproduktion. Opulent und farbenfroh gefallen die Bilder von Kamerafrau Cinders Forshaw, in majestätischen Totalen schlängelt sich der Strom durch üppigen Regenwald, nostalgische warme Rot-Braun-Töne dominieren in den Stadtaufnahmen. Einschlägig vorbelastet setzen die Projektpartner Salinas Filmgesellschaft und NFP Media Rights wie schon bei ihren Erfolgsfilmen “Bonhoeffer – Die letzte Stufe” und “Luther” auf eine konventionelle, gradlinige Erzähltechnik mit wenigen (erläuternden) Rückblenden und schließen den Handlungsbogen im Jahr 1954 mit der Friedensnobelpreisrede Schweitzers. “Lambaréné” meint in der Landessprache so viel wie “versuchen wir’s”. Schweitzer hat gewagt und gewonnen, die Filmemacher auch, den diesjährigen klassischen (und ehrenwerten) Weihnachtsfilm gibt’s heuer nicht auf dem Bildschirm, sondern im Kino. geh.

Darsteller und Crew

News und Stories

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