Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika (2009)

Filmhandlung und Hintergrund

Mit Hilfe schöner Bilder erzählt Gavin Millar geradlinig von Schlüsselmomenten im Leben des titelgebenden Humanisten.

“Ehrfurcht vor dem Leben”, so lautete die Lebensmaxime Albert Schweitzers. Philosoph war er, Theologe, Orgelvirtuose, Autor eines Standardwerks über Johann Sebastian Bach, Arzt und Gründer des legendären Urwaldhospitals Lambaréné. 1913 hatte er im Herzen Gabuns sein erstes Krankenhaus gegründet und war damit gescheitert. 1949, hier setzt “Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika” ein, ist er dabei, eine Leprastation zu errichten. Schweitzer und seine Frau reisen in die Vereinigten Staaten, um mit Konzerten und Vorträgen Spenden für die Dschungelstation zu sammeln. Die Gelder fließen – bis seine Freundschaft mit Albert Einstein (kurios: Armin Rohde) publik wird. Der warnt zusammen mit Physiker Robert Oppenheimer vor den Gefahren der Atomkraft, was ihn ins Visier des Kommunistenjägers Joseph McCarthy bringt. So ist plötzlich auch Schweitzer persona non grata. Der CIA bespitzelt ihn, seinem Lebenswerk droht die Schließung, Sabotageakte gefährden die Krankenversorgung. Der “unpolitische” Menschenfreund muss Stellung beziehen.

Nach James Brabazons Schweitzer-Biographie und eigenem Drehbuch (zusammen mit David Howard) hat Gavin Millar (“Danny – Der Champion”) sich an einem “authentischen” Porträt des Humanisten versucht. Brav, zu brav vielleicht, nähert er sich Schweitzer an, der mit dem auffällig “schauspielernden” Jeroen Krabbé nicht unbedingt ideal besetzt ist. Dennoch erkennt man, welche Fallhöhen diesen Mann ausmachten, Gutmensch auf der einen Seite, Arbeitstier, Dickkopf und Despot auf der anderen, oft hart und unnachgiebig, sowohl gegenüber den Mitarbeitern als auch der Familie. Dabei sind es primär die Frauen, die ihn “definieren”, die aufopfernde Helene (einfühlsam: Barbara Hershey), die vernachlässigte Tochter Rhena (glaubwürdig: Jeanette Hain) und die Fotografin Thérèse Bourdin (Judith Godrèche), deren “Blick” über weite Strecken die Erzählperspektive bestimmt.

In Kapstadt und Port St. Johns entstand diese deutsch-südafrikanische Koproduktion. Opulent und farbenfroh gefallen die Bilder von Kamerafrau Cinders Forshaw, in majestätischen Totalen schlängelt sich der Strom durch üppigen Regenwald, nostalgische warme Rot-Braun-Töne dominieren in den Stadtaufnahmen. Einschlägig vorbelastet setzen die Projektpartner Salinas Filmgesellschaft und NFP Media Rights wie schon bei ihren Erfolgsfilmen “Bonhoeffer – Die letzte Stufe” und “Luther” auf eine konventionelle, gradlinige Erzähltechnik mit wenigen (erläuternden) Rückblenden und schließen den Handlungsbogen im Jahr 1954 mit der Friedensnobelpreisrede Schweitzers. “Lambaréné” meint in der Landessprache so viel wie “versuchen wir’s”. Schweitzer hat gewagt und gewonnen, die Filmemacher auch, den diesjährigen klassischen (und ehrenwerten) Weihnachtsfilm gibt’s heuer nicht auf dem Bildschirm, sondern im Kino. geh.

Seine Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben hat das Allroundtalent Albert Schweitzer 1949 zu einer Berühmtheit gemacht. In den USA sammelt er für seine Leprastation in Gabun. Sympathie und Gelder sind ihm sicher. Bis die Stimmung kippt, als seine Freundschaft zu Albert Einstein bekannt wird, der gemeinsam mit Robert Oppenheimer vor den Gefahren der Atomkraft warnt. Schweitzer gerät ins Visier von Kommunistenjäger McCarthy, der Geheimdienst bespitzelt ihn. Sein Lebenswerk steht auf dem Spiel.

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Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika
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