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89 Millimeter (2004)

89 Millimeter Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

89 Millimeter: Dokumentation über das Erwachsenwerden in Weißrussland, der letzten Diktatur Europas.

Weißrussland ist die letzte Diktatur Europas und das einzige europäische Land, in dem die Todesstrafe noch vollstreckt wird. Es liegt gleich hinter Polen, und wenn man mit dem Zug hindurch fährt, wird der Waggon auf ein anderes Fahrgestell gehoben – denn in Weißrussland sind die Gleise 89 Millimeter breiter. Ein junger deutscher Filmemacher reist ins Land, in dem so manches anders ist, um nachzusehen, wie Menschen seines Alters dort leben. Soldat Igor, Journalistin Ludmilla, Oppositionsaktivist Alexander, GoGo-Girl Olga, Pavel, der Fassadenreiniger, und Slava, der Sohn des Knastdirektors, nehmen Stellung.

Aufschlussreiches aus einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft in einer Doku von Sebastian Heinzel und Eugen Schlegel. Ein Teil des Eintrittspreises geht als Spende an Amnesty International.

Der Film begleitet sechs junge Erwachsene in ihrem Alltag in Weißrussland. Darunter: der Pressesprecher der Widerstandsbewegung Zubr, eine Journalismusstudentin, ein Fassadenkletterer, ein Wehrdienstleistender, eine Tanzlehrerin und der Sohn eines ehemaligen Gefängnisdirektors in Minsk, dessen Vater an der Durchführung der Todesstrafe in Weißrussland beteiligt und nach Deutschland geflohen ist.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Belarus - Weißrussland - zählt zu den noch wenigen Ländern Europas, die politisch als Diktatur gelten. Es ist ein nicht zu unterschätzendes Wagnis, aber auch ein großer Verdienst von Stefan Kloos und seinem Team, auf einigen mehrwöchigen Reisen nach Minsk das Vertrauen einiger junger Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft zu gewinnen. Es entstand ein faszinierendes Porträt eines Landes und seiner Menschen, das uns Westeuropäern noch vollkommen unbekannt ist.

    Ist der soziale Hintergrund der jungen Protagonisten sehr unterschiedlich, so verkörpern sie doch alle eine junge Generation in Aufbruchstimmung, die sich gegen politischen Zwang und Repressalien stellt und ihren Drang nach Freiheit nicht mehr nehmen lassen will. Erstaunlich offen sind die Aussagen, selbst die einer Schar von Widerstandskämpfern der Gruppe "Bison". Man erfährt viel von dem Lebensgefühl dieser Generation und auch von ihren Lebensperspektiven. Und - nebenbei - auch viel von ihrem Land.

    Mag man sich zunächst an der bescheidenen Art der Bildgestaltung noch stoßen, so sieht man sich im Lauf des Films in die aus vielen Gründen wohl notwendige Form der Gestaltung ein. Professionelle, glatte Bilder eines großen Kamerateams wären wohl gar nicht möglich gewesen und hätten dem Film auch seinen eigenständigen authentischen Charakter genommen. Ein mutiger Film über mutige junge Menschen in einem Land, das nach Freiheit sucht.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Kein Film über Waffen, sondern eine an die gerühmten Dokumentarfilme von Volker Koepp (“Pommerland”) erinnernde Arbeit über sechs junge Menschen, die in Belarus (Belorussland/Weißrussland) in der Hauptstadt Minsk leben und unter der Diktatur von Präsident Alexander Lukaschenko (seit 1994) ihr Leben zu gestalten versuchen. Der Titel bezieht sich auf die an der Grenze auf dem Bahnhof Brest wechselnde Spurbreite der Eisenbahngleise, die 89 Millimeter breiter als im Westen sind, weshalb die Fahrgestelle gewechselt werden, während die Passagiere in den Waggons bleiben. Regisseur Sebastian Heinzel war 22, als er erstmals nach Minsk kam, war beeindruckt von den jungen Russen und begann als 24-jähriger mit den Dreharbeiten, die ihn fünf Mal ins Land führten, wo oft eine Flasche Wodaka oder Wein für Dreherlaubnis sorgten.

    Das Ergebnis ist ein sorgfältiger, enorm neugierig machender und gleichzeitig entspannter Dokumentarfilm über junge Leute in den 20-ern, ihre Vorstellungen von Freiheit und ihre Träume. Heinzel folgt dem Fassadenstreicher Pavel, der Journalistin Ludmilla, der Go-Go-Tänzerin Olga, dem Widerständler Alexander, dem Soldat Igor und dem politischen Flüchtling Slava auf ihren Wegen zwischen Beruf, Gefängnisaufenthalt, Choreographie-Festival, Hochzeit, Universität, Demonstrationen und Kunstaktionen. In einer zentralen Sequenz wird Igor auf der Entenjagd im Sumpfgebiet (“Ich fühle hier keine Diktatur”) mit Alexander, der sich in der oppositionellen “Bison”- Bewegung engagiert (“Belorussland ist gefährlich für Journalisten”), kontrastiert.

    Die Deutschen kommen in Belorussland gut weg, in den Westen will durchaus nicht jeder, sondern Arbeit und Familie. Ludmilla bewegt sich mit ihren Stöckelschuhen immer am Rand des Abgrunds, Igor heiratet. Filme kennen sie alle, selbst der Widerständler zitiert sie: “Jeder Passant kann sich als Polizist in Zivil herausstellen. Wie im Film ‘Matrix’”. Eine eindrucksvolle Talentprobe des jungen Regisseurs Heinzel, von dem man sicher noch einiges erwarten kann. ger.

Darsteller und Crew

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