7 Tage in Havanna (2012)

Originaltitel: 7 días en La Habana
7 Tage in Havanna Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 2.5

Filmhandlung und Hintergrund

7 Tage in Havanna: Episodenfilm, in dem sieben renommierte Regisseure aus unterschiedlichen Ländern ihren persönlichen Blick auf das vibrierende Havanna.

Am Montag wirft sich ein naiver junger amerikanischer Tourist in die kubanische Nacht und schielt nach schönen Mädchen. Am Dienstag landet ein ständig am Handy hängender Emir Kusturica auf der Zuckerinsel, um einen Preis abzuholen, der ihm nichts bedeutet. Am Mittwoch versucht ein Musikmanager eine kubanische Sängerin zu überzeugen, mit ihm nach Spanien zu reisen. Am Donnerstag streift der Palästinenser Elia Suleiman durch die Stadt und saugt den Alltag mit seinen kleinen Dramen und fröhlichen Momenten auf…

Sieben Tage in Havanna, sieben unterschiedliche Geschichten aus der kubanischen Hauptstadt. Episodenfilm, in dem sieben renommierte Regisseure einen persönlichen Blick auf das vibrierende Havanna richten.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
1 Stimme
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Sieben Regisseure packen ihre Eindrücke von Havanna in jeweils eine kurze Episode: Damit erhält die kubanische Hauptstadt eine ähnliche filmische Würdigung wie zuvor schon Paris oder New York. Die spanisch-französische Produktion "7 Tage in Havanna" porträtiert die Stadt vornehmlich aus der Perspektive Fremder. Deren Aufmerksamkeit gilt in den unterschiedlich gelungenen Episoden hauptsächlich der Musik, dem Tanz und schönen Frauen. Aber auch die bröckelnde Pracht historischer Gebäude und die Armut und Solidarität der Stadtbewohner untereinander werden thematisiert. So entsteht eine Atmosphäre, die gleichermaßen von Lebenslust und Melancholie geprägt ist.

    In der recht gelungenen Episode "Jam Session" des argentinischen Regisseurs Pablo Trapero ("Löwenkäfig") spielt sich der serbische Regisseur Emir Kusturica selbst als betrunkenen Festivalgast und Jazzliebhaber. Die so klischee- wie rätselhafte Episode "Ritual" des Argentiniers Gaspard Noé ("Enter the Void") verbindet den lustvollen Blick auf den Körper eines Mädchens mit der Faszination für Voodoo-Praktiken. Die Gedanken des stummen Protagonisten Elia Suleiman ("Göttliche Intervention – Eine Chronik von Liebe und Schmerz") kreisen in der von ihm inszenierten Episode um Frauen und Einsamkeit.

    Um die ausländischen Besucher kümmern sich nicht nur Prostituierte, sondern auch ihre einheimischen Fahrer, die ihnen als Reiseführer und Freunde auf Zeit dienen. Die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einwohner steht auch im Zentrum der Episode "Der Brunnen" des Franzosen Laurent Cantet ("Die Klasse"). Er spielt mit Laiendarstellern eine von ihm selbst beobachtete Geschichte nach. Auch in der Episode "Bittersüß" des Kubaners Juan Carlos Tabío ("Guantanamera – Eine Leiche auf Reisen") erhält man Einblicke in den Alltag der Stadtbewohner. Trotz der intensiven Atmosphäre bleiben die meisten Geschichten, wie so oft im Episodenfilm, oberflächlich. Ein abruptes Ende oder wenig schlüssige Abläufe schmälern den Genuss in Benicio del Toros Kinoregiedebüt "El Yuma" und dem Beitrag "Cecilias Versuchung" des Spaniers Julio Medem ("Lucía und der Sex").

    Fazit: Die Eindrücke von sieben Regisseuren im Episoden-Spielfilm "7 Tage in Havanna" sind atmosphärisch ansprechend, kreisen aber oberflächlich um Standardthemen.
  • Sieben Filmemacher erzählen fiktive Geschichten aus der vibrierenden kubanischen Hauptstadt.

    Von Montag bis Sonntag entdecken sieben Regisseure (Benicio Del Toro, Pablo Trapero, Julio Medem, Elia Suleiman, Gaspar Noé, Juan Carlos Tabio und Laurent Cantet) aus verschiedenen Ländern und mit ganz verschiedenen kinematografischen Stilen Havanna auf ihre ganz spezielle Weise. Ein roter Faden war nicht vorgegeben, aber in den meisten Kurzfilmen kommen Fremde in ein fremdes Land, versuchen es zu erkunden, lassen sich treiben oder bringen ihre Sorgen mit. Am Montag wirft sich ein naiver junger amerikanischer Tourist in die kubanische Nacht und schielt nach schönen Mädchen. Am Dienstag landet ein ständig am Handy hängender Emir Kusturica auf der Zuckerinsel, um einen Preis abzuholen, der ihm nichts bedeutet. Am Mittwoch versucht Daniel Brühl als Musikmanager eine kubanische Sängerin zu überzeugen, mit ihm nach Spanien zu reisen und dort Karriere zu machen, statt mit ihrem Freund in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Am Donnerstag streift in dem wohl interessantestem Beitrag der Palästinenser Elia Suleiman durch die Stadt am Malecón. Er wartet auf einen Termin, vielleicht mit Fidel Castro. Er verirrt sich im berühmten Hotel Nacional, schlendert wachen Auges durch die verwinkelten Gassen und saugt den Alltag mit seinen kleinen Dramen und fröhlichen Momenten auf. Ein fabelhafter Trip, der ihn zu sich selbst bringt. Etwas irritierend ist der Beitrag über Exorzismus wegen gleichgeschlechtlicher Liebe (Freitag) ebenso wie der über die Beziehung einer älteren Dame zu Mutter Maria und ihre Mühe, Nachbarn für einen Festakt zu gewinnen (Sonntag). Manchmal dominieren Postkartenbilder und Klischees karibischer Lebensfreude, dann taucht der Zuschauer plötzlich in die Wirklichkeit mit den Problemen des täglichen Überlebens. Das gelingt am Samstag: Eine Psychologin muss wie die meisten ihrer Landsleute mehrere Jobs bewältigen, um das Nötigste zu haben. Einmal pro Woche gibt sie persönliche Tipps im Fernsehen. Nebenbei backt sie Kuchen, um die Familie über Wasser zu halten, ein endloser Kampf um Zutaten inmitten von Stromausfall und Sonderwünschen der hochgestellten Klientel. Als dann noch die Tochter heimlich das Land verlassen will, weil sie keine Zukunft sieht, ist der Film im Kuba von Heute angekommen. Das kollektiv gefilmte Porträt einer fast mythischen Stadt in sieben Kapiteln ist eine poetische, manchmal auch humorvolle und musikalisch aufregende Reise, die Lust macht, dieses verrückte Kaleidoskop aus Wünschen und Sehnsüchten, angestaubten Sozialismus und Aufbruch selbst kennen zu lernen. mk.

Darsteller und Crew

Kommentare