42plus (2007)

42plus Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

42plus: Statt auf laute Dramen und fliegendes Geschirr, setzt Sabine Derflinger in ihrem klugen Frauenfilm auf leisere Töne und genaue Beobachtung.

Die attraktive Christine (Claudia Michelsen) ist 42, arbeitet in den Medien und führt ein modernes Familienleben mit Mann Georg (Ulrich Tukur) und der pubertierenden Tochter Sonja (Vanessa Krüger) – inklusive heimlichem Liebhaber (Tobias Moretti), dem Mann ihrer Freundin. Beim Urlaub im mediterranen Ferienhaus auf Ischia begegnet sie dem Tramper Tamaz (Jacob Matschenz), mit dem sie eine leidenschaftliche Affäre beginnt und neue Sehnsüchte entwickelt.

Ironische Liebeskomödie um die hormonellen Wirren einer 42-Jährigen, die plötzlich ganz neue Wünsche entdeckt, welche ihr bürgerliches Traumleben nicht erfüllen kann. Sabine Derflinger (“Kleine Schwester”) behandelt Midlifecrisis und Seitensprünge erfrischend bissig.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Regisseurin Sabine Derflinger schickt in „42plus“ ihre arrivierten Bürger im herrlichen Feriendomizil auf so vergnügliche wie intelligente Weise durch Irrungen und Wirrungen des Beziehungslebens und Seelenheils. Mag einer die Bilder Ischias und der Traumvilla mit dem Panoramablick übers Meer gelackt schimpfen: „42plus“ will sich partout nicht im tristen Grau trüber Ehedramen suhlen. Stattdessen wirkt der Film wie eine beschwingte, aber auch tiefgründige Dramenkomödie französischer Spielart. Künstlich und lebenssatt zugleich.

    Hinter dem Wohlstandsleid und den pointierten Dialogen („Du siehst aus, als würde ich einen Drink gebrauchen“) finden sich jedoch echte und allgemeine Untiefen, die nur vordergründig vom Überdruss lediglich reicher Leute handeln – und die Derflinger typischen österreichischen Biss verleiht.

    So kommt es zum spannenden Kontrast zwischen prallvollem Gefühlsleben und verqueren, selbstquälerischen Lebensentwürfen. Richtig schön ist der Film denn auch, wenn er zeigt, wie sich bei aller Weltläufigkeit auch in Gefühlsfragen die Erwachsenen jenseits der Vierzig doch nur wie Teenager abstrampeln und alle Bildung, Erfahrung und Beredsamkeit lediglich dem Kampf gegeneinander und mit sich selbst eine andere, pointierte Qualität verleiht.

    Entsprechend schwächelt der Film ein wenig, wenn das nordische, selbstquälerische Temperament doch vom südländischen übermannt wird. Wenn tatsächlich Mutti sich wieder jung fühlen darf, Vati zum weinerlichen Gatten schrumpft und tatsächlich auf den Tisch kommt, was vorher so wunderbar verklausuliert und verquer für Spiegelgefechte, stillen Grimm und Unruhe sorgte.

    Denn letztlich bedient sich der Film tatsächlich „klassischer“ Versatzstücke: italienisches Meeresidyll, der freundlich-weise Wirt, der junge wilde Liebhaber, der schmierige Hausfreund etc. Doch Derflinger nutzt dies als Spielmaterial und Kulisse, um damit und darin einen Eiertanz aus den Gegensätzen verklemmter Sehnsucht und emotionaler Abgeklärtheit zu veranstalten, der nie langweilig wird.

    Das alles gelingt freilich nur, weil Derflinger zwei wunderbare Hauptdarsteller zur Verfügung stehen: Ulrich Tukur und vor allem Claudia Michelsen spielen die spitzzüngigen, vordergründig so souveränen Eheleute mit der perfekten teutonische Unterkühlung, unter der doch nur stille Verzweiflung und Leere gärt.

    Es ist schlicht eine Freude, ihnen zuzuschauen. Und auch wenn Moretti dagegen als glitschiger „Hausfreund“ zu selten Gelegenheit bekommt, mehr als Stichwortgeber zu sein und „42plus“ sich zuletzt doch etwas all zu „rohmerisch“ aus der Sache stielt, bietet dieser Sommerreigen vergnügliche und leichte Unterhaltung, ohne belanglos zu sein. Trotz oder gerade weil er „nur“ eine redsame Beziehungskiste wohlhabender Leute ist.

    Fazit: Amüsanter, ironischer und nicht zuletzt dank der sehenswerten Darsteller spannender „französischer“ Sommerfilm mit österreichischem Biss.
  • Eigentlich hat Christine, eine wohl situierte Karrierefrau, alles. Doch glücklich ist sie nicht. Also sucht sie, in Sabine Derflingers klugem Frauenfilm, ihr Leben neu zu ordnen.

    Mit einem Schäferstündchen im einschlägigen Wiener Hotel Orient fängt alles an. Christine (Claudia Michelsen) triff hier alle zwei Wochen ihren Liebhaber Martin (Tobias Moretti). Damit soll ab heute Schluss sein, beschließt die erfolgreiche Medienfrau. So beginnen in der Regel Aussteiger- und Selbstfindungsgeschichten, doch der Österreicherin Sabine Derflinger, Regisseurin und Co-Autorin (zusammen mit dem dänischen Dogmatiker Mogens Rukov), steht der Sinn nach etwas anderem, nach einem Frauenfilm, subjektiv aus Christines Sicht erzählt. Wobei Männer sich hier aber durchaus wiederfinden, zu Wort kommen und keineswegs nur eindimensional als böse Buben dastehen. Georg (Ulrich Tukur) etwa, Christines Mann, ein renommierter Arzt und Vater der gemeinsamen Tochter Sonja (Vanessa Krüger).

    Ferien stehen an. Wieder einmal fährt man ins Urlaubsparadies Ischia, bezieht die wunderschöne Villa mit Blick übers Meer. Da die erste Irritation: Im Schlafzimmer hat es sich ein Tramper gemütlich gemacht. Von schlechtem Gewissen jedoch keine Spur. Vielmehr flirtet Tamaz (Jacob Matschenz) kurz mit Christine ehe er über den Balkon das Weite sucht. Ab nun geht’s ums Ausbrechen aus der scheinbar harmonischen Familienidylle, dem Suchen nach sich selbst und der Neuorientierung im Leben. Sonja beschließt ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, Christine beginnt mit dem jungen Strandboy eine Affäre und der gutherzige, freilich auch fremdgehende Georg, begreift irgendwie gar nichts. Da tauchen als Überraschungsgäste Martin nebst Frau (Petra Morzé) zu Christines 42. Geburtstag auf und eine Katastrophe scheint unausweichlich.

    “42plus” verzichtet aufs laute Drama und fliegendes Geschirr. Mögen die Komplikationen noch so sehr nach “Traumschiff” klingen, als solche werden sie von Derflinger weder angelegt noch aufgelöst. Sie interessiert vielmehr die gut gestellte Karrierefrau in der Midlife Crisis, die Claudia Michelsen wunderbar nuanciert, zwischen aggressiver Angriffslust und lähmendem Selbstzweifel anlegt. In blitzsauberen, wenn auch konventionell gestalteten (TV-)Bildern fängt Bernhard Pötscher diesen Beziehungsreigen ein, während die Dialoge zwischen platt (“Das Leben ist eine einzige Spielwiese”) und pointiert (“Du siehst aus, als würde ich einen Drink gebrauchen”) abwechseln. Als überflüssig erweisen sich manch (klischeehafte) Figuren – etwa der Wirt Ciro (Ugo Conti) – und ein nicht wirklich aufgelöster Erzählstrang um Claudias Krankheit. geh.

Darsteller und Crew

News und Stories

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