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360 - Jede Begegnung hat Folgen (2011)

Originaltitel: 360
360 - Jede Begegnung hat Folgen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

360 - Jede Begegnung hat Folgen: Großartiges Drama mit Stars wie Anthony Hopkins, Jude Law, Moritz Bleibtreu und Rachel Weisz um moderne Liebesbeziehungen in Großstädten in aller Welt. Frei nach Arthur Schnitzlers "Der Reigen".

Ein Mann entscheidet sich, während einer Geschäftsreise nicht fremdzugehen, eine verheiratete Frau versucht, die Liaison mit ihrem jüngeren Liebhaber zu beenden, und eine brasilianische Studentin beschließt, ihren Londoner Freund zu verlassen und in die Heimat zurückzukehren. Menschen getrieben von Wünschen und Sehnsüchten. Sie lieben, träumen, sind glücklich oder traurig, rastlos auf der Suche und voller Widersprüche. Jeder lebt sein Leben, so gut er es eben vermag – und gleichzeitig sind all diese Leben irgendwie miteinander verbunden.

Menschen lieben, träumen, sind glücklich oder traurig, rastlos auf der Suche. Von Arthur Schnitzlers Klassiker “Der Reigen” inspirierter Blick auf moderne Beziehungen zwischen Wien, Paris, London und Phoenix.

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Kritikerrezensionen

  • Unser aller Leben ist miteinander verbunden. Subtil, oft unscheinbar, aber von außen betrachtet doch spür- und erkennbar.
  • Von Arthur Schnitzlers “Reigen” inspirierter Blick auf moderne Beziehungen, von Fernando Meirelles nach einem Drehbuch von Peter Morgan virtuos-elegant inszeniert.

    Ein Film über Zufälle, (sexuelle) Versuchung und unerwartete Freundschaften. Eine Reise rund um den Erdball mit Stationen in Wien, Paris, London, Bratislava, Rio de Janeiro, Denver und Phoenix, Arizona. Eine Kreisbewegung, der Titel “360″ (Grad) verweist auf sie. Poetisch ausgedrückt ein (Liebes-)”Reigen” im Geist von Arthur Schnitzler auf dessen berühmtem Bühnenstück Fernando Meirelles’ Film lose basiert. Peter Morgan, Autor brillanter und provokativer Hits wie “Der letzte König von Schottland” oder “Die Queen”, bedient sich nur des Kerns dieser Vorlage, verlagert den Plot ins Hier und Heute, erzählt von (flüchtigen) Begegnungen in einer modernen, vernetzten Welt. Seine Welt ist ein globales Dorf, die endlosen Stunden, die er auf seinen Reisen in kaum zu unterscheidenden Flughäfen zugebracht hat, haben ihn nach eigener Aussage zum Skript inspiriert.

    Neun Geschichten, neun “Short Cuts” mit teils überraschenden Wendungen. Ein Film, der sich keinen Stillstand, keinen Moment der Ruhe erlaubt. Die Protagonisten, deren Wege sich immer wieder kreuzen, sind ständig in Bewegung, während Adriano Goldmans (“Sin Nombre”) Kamera sie hautnah umkreist. Ein einsamer Geschäftsmann (Jude Law) wird von seinem Kollegen (Moritz Bleibtreu) erpresst, als dieser herausfindet, dass er ein Rendezvous mit einem Callgirl plant. Eine verheirate Frau (Rachel Weisz) versucht, die Liaison mit ihrem jüngeren Liebhaber zu beenden, eine brasilianische Studentin (Maria Flor) beschließt, ihren Londoner Freund zu verlassen und in die Heimat zurückzukehren. Ein trockener Alkoholiker (herausragend: Anthony Hopkins) sucht nach seiner lange vermissten Tochter.

    Den Oscar-nominierten Meirelles kennt man als Regisseur mit unbedingtem Stilwillen – MTV-Schnitt bei “City of God”, verwegene Aufnahmewinkel bei “Der ewige Gärtner”, Bildexperimente bei “Stadt der Blinden”. Diesmal nimmt er sich zurück, bezieht die Beobachterposition, setzt auf suggestive Bilder – und auf schöne, gut gekleidete Menschen in gepflegtem Ambiente. Einige elegante Überblendungen erlaubt er sich, bestechend wie er die etwas aus der Mode gekommene Split-Screen-Technik einzusetzen versteht. Aller Rest ist präzise Schauspielführung und perfektes Timing. Sekundengenau werden die Schauplätze gewechselt, die Musik – populäre Songs von Tin Hat Trio, featuring Tom Waits, bis Lhasa – spiegelt immer exakt die jeweilige Stimmung wider. Eine gepflegter, intelligenter und differenzierter Befund in Sachen Liebe und Sexualität zu Beginn des 21. Jahrhunderts. geh.
  • Der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles stürmte 2003 mit seinem „City of God“ das Weltkino, es war eine direkte, schockierende, dabei filmisch höchst ästhetisierte Reflexion der alltäglichen Gewalt in den Favelas, den Slums der Millionenstädte seines Heimatlandes.

    In der Folge schlug Meirelles mit „Der ewige Gärtner“ und „Die Stadt der Blinden“ zunehmend betulichere Töne an – und seine neueste Arbeit steht inhaltlich dem viel beachteten Debüt in mancherlei Hinsicht geradezu diametral gegenüber: Der Episodenfilm nach Arthur Schnitzlers erotisch aufgeladenem Drama „Reigen“ will nicht mehr ein Mosaik bilden, in dem sich aus einzelnen Stücken ein Gesamtbild zusammensetzt – und wenn doch, dann nur ein höchst vages, ungefähres von der allzu menschlich universalen Begierde nach Sex, nach Liebe, nach Freiheit.

    Eher handelt „360“ gerade vom Vagen, Ungefähren, das die Globalisierung den Menschen aufzwingt, von Begegnungen in ständiger Bewegung. Das so verwobene gemeinsame Schicksalsnetz hat eben an manchen Stellen dickere Knoten, an anderen laufen die Fäden einsam einem ungewissen Ende zu. Manche Figuren tauchen früh auf, scheinen schnell in Vergessenheit zu geraten und begegnen einem dann doch irgendwann wieder. Andere, wie Sergei (Vladimir Vdovichenkov), Chauffeur und Mädchen für alles eines Gangsterbosses, werden erst zum Ende hin eingeführt und dominieren fortan die Handlung. Das kann man lässig und ungezwungen finden – oder auch ein wenig beliebig.

    Die wirkungsvollste, am konzentriertesten im Stile einer klassischen Kurzgeschichte erzählte Episode ist in jedem Falle die um die betrogene Brasilianerin Laura, die auch in der Chronologie der Ereignisse eine zentrale Stellung einnimmt. Ohne spekulative Bilder, ohne beschwörende Musik zaubert Meirelles nur aus einem Gespräch, aus der Inszenierung eindringlicher oder scheu abgewandter Blicke, aus kleinsten Berührungen, die in Tyler einfahren wie Stromstöße, ein bedrohliches Szenario.

    Ohnehin ist es die Inszenierung der Dialoge, in denen sich die Kunstfertigkeit des Regisseurs am besten zeigt. Das Gesagte verschwimmt in der Bedeutungslosigkeit, während die Gesten, die Haltung, die Positionen der Sprechenden die Hauptrollen übernehmen. Wie Rose und ihr Mann Michael über mehrere Zimmer hinweg, durch offene Türen, stets beschäftigt und froh darüber, wie sie mit langem Schweigen zeigen, dass ihre Gedanken in Wahrheit weit weg sind vom Anderen – dies zeigt mehr über den Zustand ihrer Ehe als es der belanglose Inhalt ihres Gespräches je könnte.

    Ohne das starke Spiel seiner Darstellerriege würde all dies freilich nicht funktionieren, und Meirelles fährt wirklich große Namen auf: Neben Anthony Hopkins, Jude Law und Rachel Weisz etwa auch Moritz Bleibtreu als erpresserischer Geschäftspartner von Jude Laws Michael. Doch am nachhaltigsten beeindruckt die Präsenz von Gabriela Marcinkova als Anna, die Schwester der Prostituierten Mirka. Das luxuriös-unmoralische Treiben um sie herum quittiert sie höchstens mit einem skeptisch aus ihrem Buch hervorlugenden Blick. Einen Ruhepol stellt sie dar, der doch so zart und verletzlich scheint, und wenn man sich diesem distanzierten, entspannten Wesen nähert, dann schenkt es einem vielleicht ein Lächeln, so breit, dass selbst hartgesottene Gangster weich werden davon.

    Fazit: In „360“ zeigt sich Fernando Meirelles einmal mehr von seiner ruhigen Seite. Doch die konzentrierte, in die intimsten Bereiche der Figuren eindringende Inszenierung sorgt für eine eigene Spannung und eines des besseren Episodendramen der letzten Jahre.
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    Schauspielerin Rachel Weisz wird nach “Der ewige Gärtner” wieder eine Hauptrolle in einem Film von Fernando Meirelles übernehmen. Diesmal versucht sich der brasilianische Regisseur an einer Neuverfilmung des skandalträchtigen Theaterstücks “Reigen” von Arthur Schnitzler aus dem Jahr 1900. Unter dem Filmtitel “360″ handelt die Geschichte von zehn Menschen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und ihre...

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