10 Sekunden (2008)

10 Sekunden Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

10 Sekunden: Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt das Drama auf verschiedenen Zeitebenen von den schicksalhaften Folgen einer Flugzeugkatastrophe.

Nur zehn Sekunden hat Fluglotse Markus (Wolfram Koch) nicht aufgepasst – und löst eine Katastrophe aus: Zwei Flugzeuge zerschellen in der Luft, 83 Menschen sterben. Die Tragödie erfasst auch seine Frau Franziska (Marie Bäumer), die in eine Affäre flüchtet. Polizist Harald (Sebastian Blomberg) hat Alpträume von der Bergung, Erik (Filip Peeters) hat seine Familie bei dem Absturz verloren. Auch Daniela (Hannah Herzsprung) kann ihm nicht helfen.

Einfühlsam versucht Nicolai Rohde nachzuvollziehen, was für dramatische Folgen ein vermeidbares Flugzeugunglück bei allen Beteiligten nach sich zieht. Aufgefächert auf zehn verschiedene Perspektiven und Zeitebenen ergeben sich aus einer vorangegangenen Katastrophe zahlreiche weitere.

Zwei Flugzeuge zerschellen, es gibt zahlreiche Todesopfer. Schuld war der Fluglotse, der nur zehn Sekunden lang unaufmerksam war. Wegen seiner dauernden Selbstvorwürfe hat sich seine Frau inzwischen einem anderen Mann zugewandt. Ein Mann, der bei dem Unglück Frau und Kind verlor, will sich an dem “Schuldigen” rächen. Doch ein Polizist, der die Bilder von der Absturzstelle nicht aus dem Kopf bekommt, erkennt ihn wieder.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Bildhintergrund ist schwarz. Im Vordergrund bewegen sich mehrere weiße Punkte mit Koordinaten blinkend in verschiedene Richtungen. Plötzlich steuern zwei Punkte direkt auf einander zu. Es geht ganz schnell: Einmal noch blinken sie direkt aufeinander liegend, dann verschwinden sie und es entsteht ein Loch. 10 Sekunden hat es gedauert. 10 Sekunden – ein kurzer Augenblick. 10 Sekunden reichen aus, um das Leben von mehreren Menschen völlig auf den Kopf zu stellen.

    So beginnt das unkonventionell erzählte Drama „10 Sekunden“ von Nicolai Rohde. Die Geschichte bezieht sich dabei lose auf das Flugzeugunglück von 2002, bei dem über dem Bodensee zwei Flugzeuge kollidierten und 71 Menschen ums Leben kamen. Aber nicht das Unglück selbst steht im Vordergrund des Films, sondern die Wiederaufnahme des Alltäglichen oder vielmehr der Versuch der Überlebenden oder Zurückgebliebenen das Leben wieder in den Griff zu bekommen. Denn für Rhode stellt die Katastrophe – so schrecklich sie auch sein mag – lediglich die Spitze des Eisbergs dar und er sieht in dem Alltag, der trotz allem bewältigt werden will, den eigentlichen Schrecken.

    Da es oft die Einzelschicksale sind, die einer Katastrophe ein Gesicht geben, erzählt „10 Sekunden“ von drei Hauptfiguren, deren Schicksal auch nach dem Unglück noch miteinander verwoben ist. Und da die Handlung an sich linear gesehen keine Überraschungen bereithält, wird die Geschichte elliptisch und auf drei verschieden Zeitebenen erzählt, die aber langsam zu einem Endpunkt zusammenlaufen. So entsteht die Möglichkeit die Konfliktverarbeitung in drei unterschiedlichen Stadien zu zeigen, die gegenseitig auf einander verweisen: Es ist gut vorstellbar, dass sich Harald einmal am selben Punkt befand wie Markus – bevor er den Verdrängungsmechanismus für sich entdeckte und es ist ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass es ihm bald ähnlich gehen wird wie Erik, wenn er nicht bald einen vernünftigen Weg der Aufarbeitung findet.

    Jeder Protagonist muss in seiner eigenen Episode ein Trauma bewältigen. Deshalb schafft der Kameramann Hannes Hubach hervorragende Bilder, die die Figuren von ihrem Umfeld isolieren, um ihre Einsamkeit im Kampf mit sich selbst und ihrem Schicksal noch deutlicher herauszuheben und kommt ihnen gleichzeitig aber sehr nah. Handkamera und Dollyfahrten wechseln sich ab, dazu ständige Perspektivwechsel, und häufig ist ihre Umgebung in stärkerer Bewegung als es die Protagonisten selbst sind, wodurch Unruhe entsteht.

    „10 Sekunden“ handelt vom Schicksal und davon, wie schnell sich das Laben komplett ändern kann – in einer Weise, die den Alltag nahezu unerträglich werden lässt. Die Schauspieler – allen voran Filip Peeters – finden einen großartigen Weg den inneren Kampf ihrer Figuren sichtbar zu machen.

    Fazit: Unkonventionell erzähltes Drama mit einer feinen psychologischen Figurenzeichnung und hervorragenden Bildern.
  • Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt das Drama auf verschiedenen Zeitebenen von den schicksalhaften Folgen einer Flugzeugkatastrophe.

    Manchmal reicht ein Moment der Unaufmerksamkeit, Menschen aus der Bahn zu werfen und ihr Leben eines Sinnes zu berauben. Da rasen zwei leuchtende Punkte auf dem dunklen Display im Tower aufeinander, verschmelzen zu einem, man zählt 83 Todesopfer. Markus Hofer ist Fluglotse und hat zehn Sekunden nicht aufgepasst, zwei Flugzeuge zerschellen im Wald. Bäume brennen, zwischen den Wracks rennen schreiende und weinende Menschen umher, die ihre Verwandten oder Freunde suchen oder das, was von ihnen übrig geblieben ist. Ein Jahr später: Die Hofers kehren aus dem Urlaub zurück, die Ehefrau kann die Selbstvorwürfe ihres Gatten nicht mehr ertragen und sucht seit langem Trost bei einem Liebhaber. Ein Mann, der bei dem Unglück Frau und Kind verlor und immer mehr in Trauer versinkt, fährt nach Leipzig, um dem “Schuldigen” die gerechte Strafe zukommen zu lassen und lernt zufällig ein junges Mädchen kennen, mit dem er durch die Nacht zieht. Ein verheiratete Polizist wird von den Bildern des Absturzes verfolgt und erkennt in der Stadt einen der Betroffenen wieder, den Rächer.

    Kunstvoll lässt Nicolai Rohde die verschiedenen Wege derer sich kreuzen, die vergebens versuchen, ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen und neu an zu fangen, dabei immer wieder an den Dämonen der Vergangenheit scheitern. Ausgangspunkt war die Kollision zweier Flugzeuge 2002 über dem Bodensee und die Selbstjustiz eines Russen, der seine Liebsten verloren hatte und zwei Jahre später den verantwortlichen Lotsen der Flugsicherung erstach. Die Handlung wurde nach Leipzig verlegt. Durch die Fokussierung auf drei Figuren gelingt es, die emotionalen Verflechtungen herauszuarbeiten, die Traumata, unter denen die Einzelnen leiden, ihre Ausweglosigkeit, die im persönlichen Desaster und Mord enden. Nur dauert es etwas zu lange, die verschachtelten Episoden und durcheinander gewürfelten Zeitebenen zu durchschauen, die Personen zuzuordnen. Wer den Inhalt nicht kennt, tut sich im ersten Drittel schwer, dem Verlauf zu folgen und damit auch die tragische Dimension in ihrer ganzen Tragweite zu erfassen. Die eher elliptische und nicht chronologisch-lineare Erzählweise erschwert das Verständnis. Hat man sich jedoch einmal an diese ambitionierte Herangehensweise gewöhnt, berühren die bewusst bruchstückhaft gelassenen individuellen Entwicklungen, die in Verzweiflung und Grenzsituationen münden, in Zerstörung und Selbstzerstörung. mk.

Darsteller und Crew

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