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AUTOR BEITRAG
THEMA: !!!! spitze !!!!
1342 mal gelesen - 2 mal empfohlen
alex80
Filmkritik:
Empfohlen: Filmkritik wurde 2 mal empfohlen.
06.07.2002 16:39 Uhr
Status: Filmexperte
geschrieben: 1069
Mitglied seit 27.06.2002
Y TU MAMA TAMBIEN (... mit deiner Mutter auch) ist ein Roadmovie aus Mexiko von ALFONSO CUARON (GREAT EXPECTATIONS). Die 17jährigen Busenfreunde Julio und Tenoch lernen bei einem stinklangweiligen Anlass die faszinierende 28jährige Spanierin Luisa kennen. Die drei verstehen sich zusammen so gut, dass sie eine Fahrt an einen unbekannten Strand mit dem bedeutungsschwangeren Namen Himmelsmund planen. Bishin zur letzten Minute dieser turbulenten Reise unserer Helden, die dann tatsächlich bis zu jenen märchenhaften Strand führt, wird man Zeuge jener Tage, die man auch als die schönsten Tage des Lebens bezeichnen könnte. Da gehts um Ausgelassenheit, wahre und wichtige Freundschaften, viel Sex, wilde und wirre Gespräche im Rauschzustand, Unschuld, Freiheit und übergrosse Gefühle. Aber die Zeit bleibt ja bekanntlich nicht stehen und so markiert diese herrliche Reise einen Wendepunkt im Leben jedes einzelnen der Beteiligten. Ein Film über Sehnsucht und die simple Tatsache, dass die Zeit vieles verändert. Y TU MAMA TAMBIEN ist ein emotionsgeladenes ´Feelgoodmovie´ mit einem sehr melancholischen und traurigen Ende, und seine sympathischen und bezaubernden Darsteller machen das ganze zu einem unvergesslichen Ereignis, mit dem jeder etwas anfangen können sollte!
Don Logan
09.07.02 - 16:43 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 8889
Mitglied seit 28.03.02
so, schon wieder don logan.

wieder liegst du genau richtig mit deiner bewertung (wenngleich die kritik nicht ganz so deep ist wie "mulholland drive" - egal). gratuliere. bitte weitermachen.
TheCritic
29.09.02 - 15:27 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 7824
Mitglied seit 10.08.02
Hm, ich fühl mich schon wieder so von der Gemeinschaft ausgestoßen.
Mir hat der Film überhaupt nicht gefallen. Die Sexszenen waren peinlich, die Gespräche kamen mir unglaublich banal vor und das Feelgood stellte sich erst ein, als das Licht im Kino endlich wieder anging.
Auch das Ende kam unmotiviert und abrupt bei mir an, es wurde viel zu schlecht vorbereitet im ganzen Film.
Sicher, ich verstehe, die Jugendzeit ist ziellos und man taumelt von einer Entscheidung in die nächste. Aber ein bißchen sollte der Zuschauer der Motivation der Protagonisten schon folgen können, sonst flutscht der Film nur so an einem vorbei.
Wenn mexikanische Filme, dann lieber Amores perros, wenn Emotionalität, dann lieber Lucia y el sexo.
alex80
29.09.02 - 16:04 Uhr
Status: Filmexperte
geschrieben: 1069
Mitglied seit 27.06.02
vielleicht wars gerade das banale?? ich fand die sexszenen (!? - ein pornofilm wars natürlich nicht) nie peinlich sondern unheimlich spannend weil konfliktbeladen. der film ist ja schon eine zeit her (genau ein jahr) aber ich erinnere mich jetzt (wenn auch nicht im detail) noch sehr gerne daran. warte übrigens aufs DVD. der vergleich mit dem bissigen und kochenden AMORES PERROS liegt natürlich auf der hand. ein film den ich übrigens auch !!!spitze!!! finde. aber ich hab mich dennoch bei alfonso cuarons (YTMT) postitiv melancholischer sicht der dinge besser aufgehoben gefühlt als bei alejandro gonzález inárritus mörderischer hassorgie. völlig unabhängig davon welcher mann nun näher am echten leben in mexiko dran ist.
alex80
29.09.02 - 16:26 Uhr
Status: Filmexperte
geschrieben: 1069
Mitglied seit 27.06.02
alfonso cuarons übernächstes projekt soll ja eine HARRY POTTER verfilmung werden. aber da der gute ang lee sich über HULK her macht wundert mich eh nix mehr.

´Lucía y el sexo´ kenne ich nicht. aber solche zustände kann ich ja leicht und gern ändern!
TheCritic
29.09.02 - 16:41 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 7824
Mitglied seit 10.08.02
That's the way of life... as we know it, but I don't feel fine. Sozusagen eine Wiederholung von YTMT im wirklichen Leben: Erst dürfen die Jungregisseure sich in der filmischen Pubertät austoben und mit dem elterlichen Inventar allerhand Unsinn treiben und am Ende landen sie doch alle auf der Bank. Entweder als Angestellter oder als Obdachloser.
Magnus Pym
04.11.02 - 12:02 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 4917
Mitglied seit 26.10.01
E-Mail-Verfolgung eingeschaltet
Wobei ja eines der Elemente, die "YTMT" ihren Charme verleihen, darin besteht, dass genau das dezent vorgezeichnet ist, was Critic da anspricht.
Die Reise in den "Himmelsmund" ... so es ihn denn gibt ... ist ja von Anfang an nichts anderes als ein fast bedeutungsloses Sich-Treiben-Lassen, denn dass die beiden "auf der Bank" landen werden, ist ja vorgezeichnet. Der ganze Plot ist nichts anderes als ein Sich-Austoben.

Im konkreten Fall aber sehe ich das Austoben nicht so ganz... Cuarón hat seit der "Traumprinzessin" eigentlich mit schöner Regelmässigkeit Gelegenheit gehabt, sich mit dem Budget der "Eltern" auszutoben und sogar eine ganze Star-Riege in einem Puppenhaus hin und her zu schieben, dessen Ganzes dann aber deutlich hinter den (gar nicht so überhöhten) Erwartungen zurückblieb.
Damit verglichen ist YTMT ja fast eine Übung in Zurückhaltung und Disziplin. cool

Warten wir erst mal ab, wie er sich in Zukunft wild und geflügelt austobt, wenn er ganz Hogwarts zu seiner Verfügung hat... und 150 Millionen Euro verpulvern darf.
Magnus Pym
04.11.02 - 12:11 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 4917
Mitglied seit 26.10.01
E-Mail-Verfolgung eingeschaltet
@ganz und gar auf TheCritic zugeschnitten:
Nanana, wenn Du (um Dein eigenes Wort zu paraphrasieren) die Ziellosigkeit des Films nicht auch als im Film selbst umgesetzt wiederfinden magst, verkaufst Du Dich ein bisschen unter Deinem Wert. smile
Und dann als Gegenbeispiel ausgerechnet "Amores perros" anzubringen, der m.E. ein Ziel haben will (glaub' ich zumindest...) dieses aber nie erreichen kann, sondern in-Ewigkeit-amen hin und her zittert, finde ich nun auch wieder mehr als gewagt.

OK, das Ende von YTMT ist mehr als abrupt, der Krebstod von Luisa hätte nun auch nicht sein müssen, war dramaturgisch nicht wirklich notwendig.
gudrun
04.11.02 - 12:22 Uhr
Status: Insider
geschrieben: 3211
Mitglied seit 02.04.02
war nicht aber der krebstod das eigentlich motivierende an der ganzen geschichte (und das ziel: himmelsmund!) - sowohl inhaltlich als auch bezogen auf die darüber stehende idee kinder toben sich aus und werden schließlich mit dem leben in form des todes konfrontiert
Magnus Pym
04.11.02 - 17:31 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 4917
Mitglied seit 26.10.01
E-Mail-Verfolgung eingeschaltet
Tja, man kann es so ansehen...
Aber es hat für mich dennoch etwas Frustrierendes.

Für mich erschien der "angeklebte" Schluss wie ein aufgesetzt betreten machendes Finale. In sich hatte schon die kriselnde oder zum Abschuss freigegebene Ehe von Luisa genug Motivation hergegeben, dass sie aufbricht und mit den Jungs das Weite sucht.
Wenn wir nun im Finale erfahren, dass Luisa, die ja die Propagandistin des Lebensgenusses ist ("Das Leben ist wie die Wellen, also muss man sich hineinstürzen wie in das Meer" etc.) laut dem olympischen Erzähler schon seit langer Zeit wusste, dass sie sterbenskrank ist, erscheint es mir ausgesprochen seltsam, dass sie nicht schon längst ausgebrochen ist aus diesem unbefriedigenden und "toten" Leben, sondern zuwartete und erst durch das Angebot der Jungs, sie zu begleiten, daraus ausbrach.
Andererseits, wenn wir uns den Krebstod wegdenken, hätte der Plot für mich mehr Sinn ergeben: Wenn Luisa zwar unzufrieden ist, aber noch eine Perspektive hat... eine Perspektive für ihr Leben, vielleicht sogar für ihre Ehe ... dann ist es stimmiger, dass sie ausbricht.
gudrun
04.11.02 - 17:44 Uhr
Status: Insider
geschrieben: 3211
Mitglied seit 02.04.02
das kann ich verstehen. dachte im ersten moment ähnlich, weil ichs ehrlich gesagt auf den ersten blick eh nicht so gesehen habe, bevor ich mich mit der lage angefreundet habe, in die senor cuaron versetzen wollte. und da macht es dann doch so nicht weniger sinn, da doch luisa in dem tragischen moment, als sie über ihren nahenden tod auch unmittelbar noch über das ende ihrer liebe informiert wird und ihr dann tatsächlich in diesem schock alles so ausweglos erscheint, dass der einzige weg, der für sie gerade noch sinn macht, der gedankenlose der beiden jungs ist. das geht ja tatsächlich über reine unzufriedenheit weit hinaus und erhält dadurch viel mehr, ja, emotionalen und überhaupt mehr wert vielleicht?
TheCritic
04.11.02 - 18:12 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 7824
Mitglied seit 10.08.02
Emotionaler Mehrwert hin, psychologische Unstimmigkeit her, Filme werden nicht für die Protagonisten, sondern für die Zuschauer gemacht. Und da muß ich mich schon fragen, warum eine Motivation, die mir das Handeln einer Person erklären soll, nachgereicht wird, wenn es mich schon gar nicht mehr interessiert, warum die Person dieses oder jenes tut. Danke, Senor Cuaron, für das Mousse au chocolat, aber mir ist schon von den Pommes Schranke schlecht.

Was allerdings Amores perros angeht, rück ich nicht von meiner Meinung ab, daß es sich dabei um einen wohlkonstruierten Film handelt. Sozusagen In the mood for love - Hoffnung = Amores perros.
gudrun
04.11.02 - 18:29 Uhr
Status: Insider
geschrieben: 3211
Mitglied seit 02.04.02
nee, der mehrwert war schon auf die geschichte bezogen. und er reicht doch gar nix nach, sondern erzählt von anfang an doch mehr als deutlich - viel mehr mit deulichen bildern als worten - was luisa bevorsteht oder auch nicht mehr bevorsteht, und insofern besteht bei erkennen dieses zustands vielleicht ein leiser zweifel warum sie diese reise antritt, aber das machts doch interessant: sie sucht ihren arzt auf, sie ist am boden zerstört, sie sitzt weinend am telefon, sie bricht in jeder minute, die sie allein verbringt, tränenüberströmt zusammen - auch wenn die problematik dann vielleicht erst auf dem zweiten blick und mit dem ende glasklar wird, überlegt man sich denn nicht während der reise(und das mag ja die absicht sein) was mit dieser frau geschieht oder geschehen ist und betrachtet dieses geschehen auch mit eben diesem interesse. und der vergleich mit amores perros verhält sich doch auch nich anders als pommes schranke zu mousse au chocolat.
Magnus Pym
04.11.02 - 18:35 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 4917
Mitglied seit 26.10.01
E-Mail-Verfolgung eingeschaltet
@ Critic: Jauuul!
In the Mood for Love minus Hoffnung = Amores Perros ???

Kannst Du mir, der ich mich gerade fühle, als hätte mir eine wohlverschworene Gemeinschaft in konzertierter Aktion einen Eimer Wasser über den Kopf gegossen, den Stuhl weggezogen und zur gleichen Zeit einen Tritt verpasst, unbedingt erläutern, wie Du auf diese Gleichung kommst?

Bzw. lass mich vorher zur Sicherheit nachfragen: Amores Perros ist doch dieser ellenlange Episodenfilm, in dem sich erst Kampfhunde vor laufender Kamera mehr oder weniger zum Krüppel beissen, dann das Model mit den Beinschienen ans Haus gefesselt ist und ihr Hundilein unter den Bodendielen verschwindet, wo es dann von der Ratte gefressen wird (das war noch das interessante Segment... also nicht dass der Hund verschwindet, sondern die Stimmung zwischen dem Journalisten und seiner (vermeintlich) entstellten Freundin)) und dann dem als Killer angeheuerten Penner?
Ich räume ja ein, dass ich vielleicht nicht "in the mood for loving this movie" war, als ich ihn sah. Auch dass ich mich über den Film vielleicht ungerechterweise geärgert habe... Aber die Verbindung zu In The Mood For Love ist mir schleierhaft.
Magnus Pym
04.11.02 - 18:39 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 4917
Mitglied seit 26.10.01
E-Mail-Verfolgung eingeschaltet
@ gudrun:
Mir war das nicht mehr so in Erinnerung... Ich hatte es auf ihre gescheiterte Ehe bezogen, dass sie in Momenten, da sie alleine zu sehen ist, bisweilen in Tränen ausbricht. Und an eine Szene beim Arzt kann ich mich nicht mehr entsinnen...
Aber ich schliesse nicht aus, dass ich diesen Hinweis vielleicht beim Sehen beiseite gestellt hatte. Mir jedenfalls kam das Ende wie die wunderschöne Theaterkritik vor
"Hauptmann übertreibt wieder masslos: ein hustendes Weberskind hätte dem Zuschauer vollauf genügt.
TheCritic
04.11.02 - 21:26 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 7824
Mitglied seit 10.08.02
Schon wieder Klein-Cricri gegen den Rest der bösen Welt. *seufz* Das sag ich alles meine Mutti!

@Magnus: (sorry, gudrun, aber Du mußt mal eine Antwort posten, um Magnus Qual in vollem Umfang zu erfassen; deshalb ist diesmal die holde Männlichkeit zuerst dran)
Jubel! Kannst Du mir, der ich mich gerade fühle, als hätte mir eine wohlverschworene Gemeinschaft in konzertierter Aktion einen Eimer Wasser über den Kopf gegossen, den Stuhl weggezogen und zur gleichen Zeit einen Tritt verpasst,... Dann hat meine gewollte Provokation Dir doch noch das vermittelt, was Du vom Film Dir wohl nicht geben lassen wolltest.
Das Thema der Filme, lieben zu wollen, es aber aufgrund der Umstände nicht zu können, sehe ich schon sehr ähnlich angelegt. Sicher gefällt auch mir ITMFL deutlich besser, aber Wong Kar-Wais Nostalgie birgt auch eine Hoffnung in sich, die Inárritu (durch die Lebenssituation seiner Landsleute geprägt?) längst in der Danteschen Vorhölle abgegeben hat. Aber ein Brechmittel ist nicht deshalb ungeeignet, weil es zum Kotzen führt, ganz im Gegenteil.

@gudrun: Aber das war es doch gerade. Cuaron hat keinerlei Raum für Fragen gelassen. Man war durch die Andeutungen so auf Luisas emotionalen Abstand zu ihrem Mann gepolt, daß selbst die Arztszene nicht wirklich zum Nachdenken anregte. Die war, wie auch das Ende, zu abrupt und unmotiviert, als daß man die Möglichkeit hätte, sich die dahinterstehende Geschichte in der Phantasie auszumalen und sich mit Luisas Schicksal zu identifizieren.
Aber vielleicht konnte ich auch nur nicht die subtilen Hinweise richtig deuten, andere waren da offenbar erfolgreicher.
gudrun
05.11.02 - 08:42 Uhr
Status: Insider
geschrieben: 3211
Mitglied seit 02.04.02
na dann erfasse ich jetzt erstmal die qualen des magnus pym in vollem umfang ... freue mich über die theatralische critic und wundere mich weiter. jungs, schiebt doch einfach die zweifel weg und seht was sinn macht, nicht was ärgert, und merkt wie viel freude y tu mama dann macht. und auch amores perros. dann muss man sich auch gar nicht quälen. will ja jetzt nicht die daseinsberechtigung von kritik und critic erst recht nicht in frage stellen, aber genau wo du am ende ansetzt, liegen doch die fragen, die cuaron lässt, da finde ich sie jedenfalls. auf mich wirkt all das so souverän - mag auch an dem allwissenden erzähler liegen, der den ausbruch an jugendlichem jungenhaften übermut und weiblichkeit kommentiert - dass ich gar nicht anzweifeln möchte, dass hier jemand genau wusste, wo er rätsel aufgibt und wo diese auch ein ziel verfolgen. mag auch ein hinterhältiger trick sein, dass der geschichtenerzähler gerade an den entscheidenden stellen ablenkt und man zuerst genauer hinhört als hinsieht.
Magnus Pym
05.11.02 - 08:55 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 4917
Mitglied seit 26.10.01
E-Mail-Verfolgung eingeschaltet
Alle gegen den armen Critic? Ullullullullu...
Aber da müssen wir alle durch, und da kann Dir keiner helfen
y tu mama tampoco...
N3mo1980
05.11.02 - 14:18 Uhr
Status: Filmexperte
geschrieben: 1632
Mitglied seit 28.05.02
Amores Perros = mörderische Hassorgie + Hoffnung = ITMFL??

mörderische Hassorgie begreife ich ja nun überhaupt nicht... und Hoffnung ist bei AP doch auch die treibende Kraft hinter all dem...
Magnus Pym
05.11.02 - 14:39 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 4917
Mitglied seit 26.10.01
E-Mail-Verfolgung eingeschaltet
@Gudrun: Ohne weiter allzu sehr in eine Darstellung der Leiden des (nicht mehr so) jungen Magnus eintauchen zu wollen, gehen wir vielleicht geradewegs zu den jungen Chicos und ihren Malaisen über.

Die Frage ist indessen, was Sinn macht an YTMT ... und was Freude macht. Ich räume im Vornherein ein, dass meine Erinnerung an den Film halt auch schon etwas verblasst ist.
Was aber andererseits auch wieder ein recht verlässlicher Gradmesser ist, denn historisch betrachtet habe ich nicht übermässig vielen bedeutenden Filmen Unrecht getan durch meine selektive Erinnerung. Also hin oder her, ich gelobe Besserung bzw. Nachbesserung, indem ich mich um die bereits erschienene englische DVD bemühe und *bestimmt* den Film noch einmal ansehe... aber bis dahin kommentiere ich einfach auf der Basis dessen, was mir blieb.

Bei all den weisen Sätzen aus YTMT fragte ich mich unterschwellig, an wen sich der Film wendet. Braucht es nicht ein gewisses Mass an Lebenserfahrung, um den Streifen zu goutieren? Einen Stand, der weit jenseits der beiden Jungs ist, evtl. auch jenseits von Louisa?

Dann aber ist der Film angesiedelt zwischen einerseits wehmütigem Rückblick auf einen naiven Status, den vielleicht der Zuschauer einmal hatte und ablegte, das Sehnen nach einer nur scheinbar peinliche Unverblümtheit, wie sie die beiden Halbstarken haben und andererseits einem Sich-Lustig-Machen über die beiden.

Dem Altersgenossen der Jungs bringt der Film nichts, was ihnen verständlich serviert würde.
Dem Erwachsenen bringen die Dialoge eine schale Rückschau... und eben auch eine recht verkitschte Rückschau...
TheCritic
05.11.02 - 15:23 Uhr
Status: Citizen Kane
geschrieben: 7824
Mitglied seit 10.08.02
@Magnus: Meine Mutti kannst Du gerne geschenkt haben, ich kann mir meine Windeln mittlerweile allein wechseln.
Aber gut, daß wir von AP, dem visualisierten Schlag in die Weichteile, wieder wegkommen.
Mit der Pseudonaivität hast Du einen guten Punkt angesprochen. Ich denke, dies hat mich ebenfalls abgeschreckt, weil ich Jugendzeit alles andere als problemlos ansehe. Dies halte ich im Gegenteil für die nostalgische Verklärung alter Säcke, die sich draculaartig an fremden Hoffnungen laben.
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