Markus Cohen
Filmkritik:
Empfohlen:
20.11.2008 13:49 Uhr
Status: Kinogänger
geschrieben: 13
Mitglied seit 02.11.2008 |
Nach dem wunderbaren THE MACHINIST legt Regisseur Brad Anderson versucht sich Regisseur Brad Anderson scheibar in einem ganz anderen Genre.
Ein amerikanisches Backpackerpäärchen erfüllt sich einen Traum und reist von Beijing nach Moskau. Durch eine unglückliche Verkettung der Umstände geraten Sie plötzlich zwischen die Fronten von Drogenschmugglern, korrupten russischen Polizisten und anderen dubiosen Gestalten.
Doch was sich auf den ersten Blick wie ein gradliniger, schnörkelloser Thriller anfühlt, geht auch hier tief unter die Oberfläche. Brad Anderson beleuchtet das Innenleben der Protagonisten, zeigt zerrissene und geschundene Seelen und ist plötzlich wieder ganz nah bei sich. Auch TRANSSIBERIAN ist ein düsterer Thriller über Paranoia und Psychosen, ein überragendes Thriller-Drama.
Besonders die Frauen sind ganz stark und überzeugend. Jessie (Emily Mortimer) wirkt nach aussen hin gefestigt, doch ist im Grunde noch nicht bereit für ein solides, bürgerliches Leben und trauert etwas den alten Zeiten nach. Im Zug lernt Sie und Ihr Freund (Woody Harrelson) den dubiosen Carlos und seine viel jüngere Freundin Abby (Kate Mara) kennen. Abby ist das Gegenteil Jessie. Sie gibt sich distanziert und abgebrüht, war nie lange an einem Ort und sehnt sich jetzt jedoch nach Wärme und einem soliden Leben. Doch der dubiose Carlos treibt auch ein falsches Spiel mit Ihr.
Doch der Film funktioniert auch als konventioneller Thriller hervorragend.
Mit beeindruckenden Bildern von der Reise mit der TRANSIB fängt der Film eine aussergewöhnliche Stimmung ein, die beim Zuschauer sowohl Faszination als auch Beklemmung auslöst. Nach einem etwas gemächlichen Start entwickelt der Film im Mittelteil eine fast unerträgliche Spannung, die weitgehend aufrecht erhalten wird.
So stelle ich mir spannendes Kino vor: Unterhaltsam, fesselnd, intelligent! |