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THEMA: Gehst du zum Nachbarn, nimm die Schaufel mit!
1453 mal gelesen
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Moonshade
Filmkritik:
31.03.2006 10:18 Uhr
Status: Filmexperte
geschrieben: 1823
Mitglied seit 31.10.2002 |
Böse, schwarz und abgründig muß er sein – der britische Humor!
Das bringt die besten Ergebnisse und wenn man hört und sieht, wie Rowan Atkinson und Kristin Scott Thomas eine mörderische Haushälterin in Gestalt von Maggie Smith unter ihrem Dach beherbergen, dann klingt das schon mal wie eine gute Mischung.
In letzter Zeit versorgten die Briten uns ja mehr oder minder erfolgreich eher mit ähnlich aufgebauten Komödien rund um Außenseiter, die ihre Umwelt mit bisher unentdeckten Talenten verblüffen (Ganz oder gar nicht, Calendar Girls, Über kurz oder lang, Lucky Break, Greenfingers, Saving Grace), dafür geriet der abgründige Humor ein bisschen in den Hintergrund.
Mit „Keeping Mum“ (der deutsche Titel „Mord im Pfarrhaus“ ist ebenso banal wie unzutreffend) hält das große Talent der Insulaner wieder Einzug in unseren Kinos.
Was soll man sagen: ein Film, den man pflegeleicht und rundum genießen kann, um einfach gepflegt abzulachen, wenn man nicht eine Überdosis „harmlos“ eingeworfen hat und „Political Correctness“ für eine unabdingbare Voraussetzung für den Filmgenuss hält.
Die Story ist dabei so simpel wie effektiv: eine eigentlich disfunktionale Familie in einem britischen Kuhkaff (57 Einwohner, Tendenz fallend….) kommt mit ihren internen Problemchen nicht klar! Der Vater und Vikar und ist nicht durchsetzungsfähiger Langweiler, die Mutter sexuell unterversorgt, die Tochter mit 17 vergleichsweise promiskuitiv und der etwa zwölfjährige Sohn ein Weichei!
Enter Maggie Smith, die nach 43 Jahren Einkastelung entlassene Gatten- und Geliebtemörderin, die sich um eine Haushaltsstelle in diesem ach so perfekten Landlebenfamilienheim bemüht hat und von da an nichts unversucht lässt, um diese Idylle aufrecht zu erhalten. Als erstes wäre da der ständig kläffende Hund des Nachbarn…
Ich kann leider nicht konstatieren, dass das Drehbuch irgendwelche wirklichen Finessen oder Überraschungen serviert, im Gegenteil, das Geschehen läuft ebenso vorhersehbar wie amüsant ab. Natürlich werden alle Familienmitglieder gehörig umgekrempelt, weil alle ihre Probleme und Problemchen drastisch aber unbemerkt aus dem Weg geräumt werden. Gegen solche Einfachheiten ist natürlich nichts einzuwenden, aber ein paar überraschende Wendungen hätten dem Film schon gut getan.
Negativ anzumerken wäre auch, dass der Film vergleichsweise gleichförmig vor sich hinplätschert, weder kommt es zu merklichen Steigerungen in Bösartigkeit oder Tempo, noch gibt es sonstige Höhen oder Tiefen. Es fehlt an der absoluten Überspitzung, um aus einem „schwarzen“ Film einen fiesen Klassiker zu machen. Es fehlt an Highlights und Aha-Momenten, was aber nicht heißen soll, man würde sich langweilen – manchmal kann auch Konsequenz und Folgerichtigkeit eine Menge Spaß machen.
Dennoch hat man eher das Gefühl, es handele sich um ein für das Kino aufgeblasene TV-Mini-Serie, für den großen Saal erwartet man auch irgendwie mehr Größe.
Von den Spielanteilen gehört der Film eindeutig Kristin Scott Thomas, auch wenn die denkwürdigen Szenen und die besten Zitate zugunsten der ehrwürdigen Maggie Smith gehen, die, 71jährig, diesen Film wie ein Altersgeschenk serviert bekommt. Mit großmütterlicher Fürsorge meuchelt sie sich durch die Notwendigkeiten und hat doch immer die Sympathie auf ihrer Seite. Wenig aufsehenerregend die Rolle Rowan Atkinsons, dessen gewohnte Ungeschicksmanierismen nicht so ganz zum Rest passen wollen, ein sonst aber noch eindimensionalere Rolle ein wenig aufwerten. Was aber trotzdem bedeutet, dass die Rolle ein wenig „trocken“ ist.
Die Läuterung der Kinder dagegen ist kaum im Film begründet, weder erhält man eine Erklärung für die Läuterung der Tochter, noch kann die „Lösung“ für den Jungen wirklich überzeugen, obwohl es wohl nur in England möglich ist, fünf Klassenbullis die Fahrradbremsen durchzuschneiden und sie so zu spektakulären Unfällen zu provozieren.
Eine besondere Erwähnung noch für Patrick Swayze, dessen schmieriger Golflehrer dermaßen over the top ist, daß man sich vor Freude und Ekel gleichzeitig im Sessel windet.
Aber es muß ja nicht immer Hollywoodglamour sein, in punkto Treffsicherheit und Bissigkeit kriegt man so etwas heute eben nur noch selten zu sehen und wer herzhaft hämisch ablachen möchte, kann dies hier lockere anderthalb Stunden gemütlich tun, wenn man bereitwillig im Hinterkopf behält, dass dieser Film in punkto Kontruktion, Aufbau und Spannungskurve Klassikern wie „A Fish called Wanda“ nicht das Wasser reichen will.
(7/10) |
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CaptJackSparrow
01.04.06 - 19:37 Uhr
Status: Insider
geschrieben: 3227 Mitglied seit 08.11.04
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Hi Moonshade,
I WAS AMUSED ,
kann dir eigentlich in fast allen Punkten zustimmen. Der Film hat auch mich wirklich gut unterhalten ohne an Genre-Messlatten wie "Ein Fisch Namens Wanda" heranzukommen.
btw,
Kristin Scott Thomas fand ich nicht sooo denkwürdig...Der gute alte Paddy und die böse alte Maggie haben's mir mehr angetan. |
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Moonshade
03.04.06 - 13:00 Uhr
Status: Filmexperte
geschrieben: 1823 Mitglied seit 31.10.02
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Äh, die denkwürdigen Szenen und besten Sätze hab ich auch Mrs.Smith zugeordnet.
Darauf sollte man wirklich einen Paddy trinken... |
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jünter gauch
05.04.06 - 14:52 Uhr
Status: Meinungsmacher
geschrieben: 397 Mitglied seit 12.01.06
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@moonshade
Den deutschen Titel finde ich überhaupt nicht banal oder gar unzutreffend. Schließlich geht es um Mord und ein Haus, indem ein Pfarrer wohnt. Außerdem und vorallem aber ist der Titel doch eine Anspielung auf Agatha Christie, der mich beim Lesen des Kinoprogramms auch erst aufmerksam auf den Film gemacht hat. |
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Moonshade
06.04.06 - 16:34 Uhr
Status: Filmexperte
geschrieben: 1823 Mitglied seit 31.10.02
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Die gute Agatha hat aber nun leider, nicht mal gedacht oder auch nur im übertragenen Sinne damit zu tun. Deswegen ist das eher irreführend.
Im übrigen gibt es im ganzen Film keinen Mord im Pfarrhaus... |
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Schluff
07.04.06 - 10:33 Uhr
Status: Kinogänger
geschrieben: 14 Mitglied seit 25.05.02
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Ich fand den Film einfach nur langweilig. Musste irgendwie an keiner Stelle so richtig ablachen, gelegentlich höchstens schmunzeln.
Also vom Hocker hat der mich nicht gehauen, da schaue ich mir lieber ein paar richtige Komödien an... |
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sillybilly
07.04.06 - 14:12 Uhr
Status: Cineast
geschrieben: 57 Mitglied seit 23.03.06
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irgendwie wusst ich shcon beim trailer welchen lauf die story so nimmt. hmpf, hätte mir was lustigeres von r. atkinson gewünscht...schade eigentlich. |
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